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Studie: Arbeit alternsgerecht gestalten

Alternsgerechtes Beschäftigung mildert Fachkräftemangel

Es gilt als unbestritten, dass der demografische Wandel maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft hat. Während in der öffentlichen Diskussion die Frage der Rentenversicherung im Vordergrund steht, gibt es andere Aspekte, die trotz ihrer Bedeutung bisher kaum diskutiert werden. In Rahmen eines geförderten Forschungsprojektes hat die FHDW das Thema „Arbeit alter(n)sgerecht gestalten“ in Ostwestfalen-Lippe untersucht. Ergebnis: Wenn Unternehmen die Potenziale älterer Mitarbeiter rechtzeitig erkennen, können sie diese auch effektiv nutzen und so die Folgen des drohenden Fachkräftemangels mildern.

Jürgen Spier, 1. Vorstand der WIH, und Prof. Dr. Angelika Röchter, FHDW

Insbesondere wird es darum gehen, so das Ergebnis der von der FHDW durchgeführten Untersuchung, dass sich Unternehmen darum kümmern sollten, die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und die Motivation der Mitarbeiter möglichst langfristig zu erhalten. Während in der Praxis eher davon ausgegangen wird, dass die Fähigkeiten im Alter abnehmen, tritt Prof. Dr. Angelika Röchter, verantwortlich für die Untersuchung an der FHDW, dafür ein, „nicht nur defizitär, also nur auf den Mangel beschränkt, auf diese Herausforderung zu schauen, sondern die Stärken älterer Mitarbeiter zu erkennen und sich aktiv mit deren Nutzung auseinanderzusetzen.“

Zahlreiche Unternehmen haben demnach bereits Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen und der Flexibilisierung von Arbeitszeiten umgesetzt. „Was bisher kaum umgesetzt wird, sind Maßnahmen, die gezielt auf den Erhalt der Leistungsfähigkeit und Motivation älterer Mitarbeiter ausgerichtet sind“, erläutert Röchter die vorhandenen Defizite. Viel zu selten gibt es Röchter zufolge auch eine rechtzeitige und altersgerechte Laufbahnplanung. Auch die altersgerechte Ausgestaltung von Arbeitsinhalten und die gezielte Weiterbildung älterer Mitarbeiter komme noch zu kurz. Insbesondere Führungskräfte sieht Röchter in der Verantwortung, ihrer Schlüsselrolle an dieser Stelle gerecht zu werden. Allerdings haben bisher nur knapp ein Drittel der befragten Unternehmen ihre Führungskräfte in dieser Thematik sensibilisiert.

Hingegen sei erfreulich, dass schon rund 60 Prozent der befragten Unternehmen die Notwendigkeit bereits erkannt haben und auch ältere Beschäftigte (über 55 Jahre) einstellen, immerhin weitere 18 Prozent der Unternehmen stehen dem offen gegenüber. Etwa die Hälfte der Befragten (44 Prozent) beschäftigen bereits heute sogar Mitarbeiter über die Regelarbeitszeit von 65 Jahren hinaus, weitere knapp 40 Prozent sehen dies als Option.

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsinitiative im Kreis Höxter (WIH) wird die FHDW zu diesem Thema einen weiterführenden Informationsaustausch für Unternehmen anbieten. Dabei sollen Themen wie die Förderung des Wissenstransfers, altersgerechte Teams, frühzeitige Laufbahnplanung, altersgerechte Gestaltung der Arbeit und die Qualifizierung/Weiterbildung älterer Mitarbeiter im Mittelpunkt stehen. Interessierte Unternehmen können sich per Mail an Prof. Röchter wenden: angelika.roechter@fhdw.de.


Das Projekt wurde von Landesmitteln gefördert im Rahmen des Förderprogramms zur Initiative der Fachkräftesicherung des Landes Nordrhein-Westfalen.

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