Navigation

Alternsgerechte Beschäftigung mildert Fachkräftemangel

Projekt „Arbeit alter(n)sgerecht gestalten“: Zukunftsorientierte Fachkräftesicherung

Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im Kreis Höxter sind bereits heute von den negativen Auswirkungen des demografischen Wandels betroffen. Alternde Belegschaften und rückläufige Bewerberzahlen stellen diese Unternehmen vor die Herausforderung, auch in Zukunft eine ausreichende Zahl von Fachkräften zu beschäftigen. Vor diesem Hintergrund stellen ältere Mitarbeiter (50 +) eine wichtige Ressource dar, da sie über wertvolle Kompetenzen und umfangreiche Erfahrungen verfügen. Allerdings können erhöhte Arbeitsbelastungen gerade in dieser Mitarbeitergruppe zu Überforderung und gesundheitlichen Problemen führen.

Die Entwicklung und Umsetzung einer alter(n)sgerechten Personalpolitik in KMU der Region ist somit ein wichtiger Beitrag zur zukunftsorientierten Fachkräftesicherung. Das Projekt „Arbeit alter(n)sgerecht gestalten“ wurde von Mitgliedsunternehmen der Wirtschaftsinitiative im Kreis Höxter (WIH) initiiert, um einen Beitrag zur Verbesserung der Fachkräftesituation in der Region zu leisten. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt diese Initiative im Rahmen des Programmes "EFRE.NRW 2014-2020 Investitionen in Wachstum und Beschäftigung".

Moderne Personalpolitik zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

Jürgen Spier, 1. Vorstand der WIH, und Prof. Dr. Angelika Röchter, FHDW

Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, kleine und mittelständische Unternehmen der Region Höxter bei der Entwicklung und Umsetzung alter(n)sgerechter personalpolitischer Maßnahmen zu unterstützen. Dies wird als Voraussetzung zur Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen betrachtet. Hierzu sollten zunächst Entscheidungsträger in KMUs der Region für die Notwendigkeit alter(n)sgerechter Personalpolitik sensibilisiert werden. Ziel der von der FHDW durchgeführten empirischen Untersuchung war es, den aktuellen Stand hinsichtlich alter(n)sgerechter Personalpolitik in Unternehmen der Region zu erfassen. Im weiteren Projektverlauf sollen in Zusammenarbeit mit ausgewählten Unternehmen konkrete Handlungspläne entwickelt und ein gezielter Wissens- und Erfahrungsaustausch innerhalb eines entsprechenden Netzwerks initiiert werden. 

Das Projekt gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil umfasst eine empirische Untersuchung zur aktuellen Situation alter(n)sgerechter Personalpolitik in der Region. Der zweite Teil beinhaltet die Entwicklung konkreter Handlungspläne in Zusammenarbeit mit ausgewählten Unternehmen. 

Unternehmen sensibilisieren 

Im Rahmen der empirischen Untersuchung wurden mehr als 3.000 kleine und mittlere Unternehmen zur Thematik alternder Belegschaften befragt. Die Befragung diente zum einen dazu, Entscheidungsträger auf das Thema aufmerksam zu machen, Sensibilität zu schaffen und Offenheit hinsichtlich der Thematik zu fördern. Zum anderen sollte die aktuelle Situation hinsichtlich alter(n)sgerechter Personalpolitik in der Region systematisch analysiert werden. Zielgruppe der Befragung waren Geschäftsführer bzw. Mitglieder der Unternehmensleitung.  

Zur Präsentation der Ergebnisse wurde an der FHDW ein Workshop organisiert, an dem ca. 40 Vertreter von Unternehmen unterschiedlicher Branchen teilgenommen haben. Dieser Workshop wurde auch genutzt, um weiterführende Aktivitäten im Rahmen des Projektes einzuleiten. Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung wurden darüber hinaus durch verschiedene Veröffentlichungen in regionalen Medien einem größeren Publikum zugänglich gemacht. 

Konkrete Handlungspläne für ausgewählte Pilotunternehmen

Der zweite Teil des Projektes – die Entwicklung konkreter Handlungspläne – befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase. Auf Basis der Ergebnisse der empirischen Untersuchung wurden bereits verschiedene Workshops durchgeführt, um Vertretern verschiedener Unternehmen die Möglichkeit zu geben, spezifische Aspekte der Thematik zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen.   

Weitere Workshops bzw. Gespräche mit Vertretern der Unternehmensleitung, Personalverantwortlichen und Betriebsräten sind geplant. Sie dienen der Analyse der aktuellen unternehmensspezifischen Situation (unter Anwendung einer systematischen Altersstrukturanalyse sowie des Management-Instruments DEMOGRAFIE AKTIV/Quick Check) und der Ableitung derzeitiger und zukünftiger Handlungsbedarfe (z. B. in den Bereichen Arbeitsplatz-, Arbeitszeit-, Laufbahngestaltung, Qualifizierung, Entgeltgestaltung, Führung, Wissenstransfer). Einzelnen Unternehmen wird im Rahmen von „Leuchtturmprojekten“ konkrete Hilfestellung beim Einsatz von Maßnahmen des Demografie-Managements gegeben. 


Logo Europäische Union
Logo Europäischer Fonds für regionale Entwicklung