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Produzieren, wenn der Strom fließt

Projekt EGG: Energiegesteuerte Geschäftsprozesse

Bislang wurde das Vorhandensein von Strom als gegeben und konstant angenommen. Ein Perspektivwechsel war angesichts der absehbar intensiveren Nutzung regenerativer Energien angeraten. So führt die Entscheidung der Bundesregierung, den Energiebedarf ohne Kernenergie zu decken, zu einem Anstieg volatiler Energiequellen auf über 40 % im Jahr 2020. Im neuen Strom-Mix könnten dann an einem windstillen, nebligen Tag deutlich über 30 % Energie fehlen. 

Sind demnach Anpassungen in den energieverbrauchenden Unternehmen notwendig? Wie lassen sich Änderungen realisieren, ohne die Qualität des Produktionsprozesses zu beeinträchtigen? Im Jahr 2013 erhielt die FHDW den Zuschlag für das Forschungsvorhaben „Energiegesteuerte Geschäftsprozesse“ im Programm FH STRUKTUR des Landes NRW. Das Land förderte dieses Vorhaben für zwei Jahre mit ca. 240 T€. „Mit dem Projekt konnten wir für Unternehmen Handlungsempfehlungen auf Basis einer empirischen Untersuchung entwickeln, wie Geschäftsprozesse angepasst werden sollten, um die Stromkosten zu optimieren“, so Prof. Dr. Christian Ewering. Wir – das waren neben Projektleiter Ewering: Abdelrahman Youssief (Ägypten), Annia Mariana Garcia Gonzalez (Mexiko), Ralf Siebert, Raphael Souza (Brasilien) und Florian Wortmann.

Sehr positive Effekte einer veränderten „Strompolitik“ zeigten Pilotprojekte im industriellen Umfeld auf. Der Einsatz erster Prototypen ergab eine Reduktion der Stromkosten, die durchaus im zweistelligen Prozentbereich liegen können – ohne Beeinträchtigung von Produktionsparametern und Service-Level. In Unternehmen mit stark automatisierten Prozessen mit niedrigen Personalkosten lassen sich erste positive Effekte schnell umsetzen. Bei anderen Wirtschaftsunternehmen, insbesondere mit viel menschlicher Arbeit in den Produktions­abläufen, ist eine vielschichtige Herangehensweise bei der Umsetzung notwendig. Dies hat die zusätzliche Problemstellung von Arbeitszeitmodellen aufgeworfen, die im Folge-Projekt AREXU mündete.

Ein wesentlicher Aspekt dieses Projektes EGG war die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Fachbereiche Informatik und Betriebswirtschaft. Mit dem Forschungsprogramm startete die FHDW den Ausbau des Forschungsschwerpunktes Supply Chain Management um das Thema Energie.


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