"Das Wet­ter und die ka­li­for­ni­sche Läs­sig­keit ma­chen das Le­ben vor Ort zu ei­nem wah­ren Er­leb­nis.“

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Hi, mein Name ist Jan und ich bin 20 Jahre alt. Seit Oktober 2021 studiere ich dual an der FHDW in Bergisch Gladbach, in Kooperation mit meinem Praxispartner MSX International. Letztes Jahr hatte ich die Möglichkeit, fünf Monate an der San Diego State University (SDSU) in San Diego zu studieren.

Dass ich während meines Studiums gerne ein Auslandssemester absolvieren wollte, war für mich bereits von Anfang an klar. Das Ziel dabei sollte nach Möglichkeit die USA, speziell Südkalifornien werden. Durch einen früheren High-School-Aufenthalt in der Nähe von Los Angeles hatte ich mit meiner ehemaligen Gastfamilie und Freunden dort schon erste Verwurzelungen.

Durch die Infotermine der FHDW habe ich dann erfahren, dass ein Auslandssemester in Kalifornien möglich ist. Nachdem ich mich vorerst an der University of California Riverside beworben hatte, bin ich schließlich über mehrere Umwege an die San Diego State University (kurz: SDSU) gekommen. Auch diese hatte alle meine Anforderungen schnell erfüllt, sodass ich mich hier bewarb. Nach circa einer Woche hatte ich schließlich auch die Zusage erhalten.

Nun ging es also um die Organisation meines Aufenthaltes. Es mussten Flüge gebucht, eine Versicherung abgeschlossen und das Visum beantragt werden. Außerdem musste ich mich nach Finanzierungsmöglichkeiten umschauen und gleichzeitig auch den Wohnungsmarkt im Auge behalten.

Die ersten Dinge waren schnell erledigt. Dadurch, dass ich bereits einmal mit einem Visum in den USA war, hatte ich den Vorteil des „Waiver-Visums“. Ich musste also nicht mehr zum Konsulat, sondern konnte mein Visum per Post anfragen und erhalten. Unterstützt wurde ich dabei auch vom Global Campus Office der SDSU sowie dem International Office der FHDW.

Schwieriger gestalteten sich hingegen die letzten beiden Punkte. Was die Finanzierung angeht, wurde ich zwar schlussendlich mit den Studienkrediten der KfW und der BVA fündig, allerdings hatte ich bei der Wohnungssuche keinen Erfolg. Dabei war die Uni leider auch keine allzu große Hilfe. Zwar wurde vereinzelt das ein oder andere Zimmer in den „On-campus“-Unterkünften frei, jedoch waren diese meist astronomisch teuer, für das, was man am Ende bekam.

Nachdem ich eine Anzeige in einer Facebook-Gruppe geschaltet hatte, fand ich einige andere Studierende, die auch auf Wohnungssuche waren. Einer dieser Personen war Luca, ebenfalls ein Student der FHDW. Als eine Gruppe von fünf Personen versuchten wir dann gemeinsam unser Glück, waren allerdings erfolglos, da niemand vor Ort die Wohnungen und Häuser in Person besichtigen konnte. Und dann ging es plötzlich auch schon los …

Meinen Hinflug hatte ich bewusst nicht direkt nach San Diego gebucht, sondern nach Los Angeles. Bevor ich meine Zeit in San Diego starten wollte, hatte ich geplant, noch ein paar Tage bei meiner ehemaligen Gastfamilie zu verbringen, bevor einer meiner Freunde mich nach San Diego bringen wollte. In der Zwischenzeit verbrachte ich ein Wochenende in Palm Springs und besuchte das Baseballspiel der Los Angeles Dodgers gegen deren Rivalen, die San Diego Padres, in L. A.

In San Diego angekommen und immer noch auf Wohnungssuche, buchte ich mir schließlich zusammen mit Luca ein kleines Apartment in einem Motel. Hier bekamen wir dann auch noch Gesellschaft von einer weiteren Person aus unserer Gruppe. Und dann hatten wir endlich Erfolg. Nachdem wir bei einem Haus leider eine Absage erhielten, bot uns die Maklerin eines ihrer anderen Häuser an. Das hatte sogar einen Pool.

Nachdem wir es besichtigt hatten, war für uns klar, dass es dieses Haus werden sollte. Hierfür mussten wir allerdings noch weitere Personen finden, da dieses Haus insgesamt 10(!) Schlafzimmer hatte. Außerdem wurde das Gebäude noch renoviert. Aus dem versprochenen Einzugsdatum wurde nichts und es wurde mehrfach verschoben, bis es dann in der ersten Septemberwoche – 4 Wochen nach meiner Ankunft – endlich so weit war.

Auf dem gleichen Grundstück befanden sich außerdem noch zwei weitere Wohnkomplexe. Eines bewohnt vom Besitzer und das andere ebenfalls von Studenten. Insgesamt waren wir 15 Studenten, der Großteil Amerikaner aber auch drei Deutsche sowie eine Französin.

Obwohl wir uns mehr oder weniger aus der Not heraus gefunden hatten, haben wir als Gruppe sofort harmoniert und sehr viel zusammen unternommen. Von Baseballspielen der Padres, über Spiele der Uni bis hin zum gemeinsamen Wandern von Hiking Trails war alles mit dabei. Manche waren Teil unserer morgendlichen Surfer-Truppe, andere sind mal nachmittags an den Strand gefahren. Auch ein „Friendsgiving“ haben wir zusammen gefeiert. Natürlich durften auch hauseigene College-Partys mit viel Cola und Sprite nicht fehlen! Auch das amerikanische Partyspiel „Beer Dye“ wurde uns Europäern beigebracht (Aufgrund des Alters wurde hier aber natürlich ausschließlich mit Leitungswasser gespielt)!

Über verlängerte Wochenenden konnte man sich auch sehr gut ein Auto mieten und so gehörten auch einige Ausflüge dazu, wie beispielsweise nach Los Angeles, Santa Barbara, dem Joshua Tree National Park oder die Sanddünen von Glamis.

Meine Fächer musste ich kurz nach meiner Ankunft online wählen. Im Vorfeld bekam ich vom International Office der FHDW eine Liste mit den Fächern, die ich wählen sollte. Schlussendlich belegte ich die Fächer „Financial Accounting Fundamentals“, „Communication in Professional Settings“, „Intermediate Microeconomic Theory“ und „Fundamentals of Entrepreneurship“. Wer möchte, kann hier auch Surfkurse belegen.

Das Studium an einer amerikanischen Universität unterscheidet sich tatsächlich sehr von dem in Deutschland. Das beginnt bereits am ersten Tag, wenn man vom überschaubaren Campus der FHDW auf einmal an einer vierstündigen Campus-Tour teilnimmt.

Anstatt dass man – wie hier normalerweise üblich – als einzige Prüfungsleistung nur eine Klausur am Ende des Semesters hat und sich theoretisch die ersten Wochen zurücklehnen könnte (was natürlich niemand macht), muss man im amerikanischen Schulsystem immer am Ball bleiben. Zu den klassischen „Finals“ (die am Ende des Semesters stattfinden), gibt es zwischenzeitlich mit den „Midterms“ noch ein bis zwei zusätzliche große Tests. Dazu kommen oft wöchentlich kleinere Tests, Quizze oder andere Abgaben, wie beispielsweise Reports. Auf der einen Seite ist das natürlich auch mit mehr Aufwand verbunden, andererseits können „Ausrutscher“ somit auch schnell wieder ausgeglichen werden.

Darüber hinaus bietet das Uni-Leben in den USA auch viel mehr als nur Lernen und Prüfungen. Auf dem Campus gibt es eine Vielzahl von mehreren Restaurants (viele gesammelt in den Food-Courts), mehrere Starbucks-Cafés und Sportplätze, ein Fitnessstudio mit Poollandschaft und vieles mehr. Auch Konzerte wie beispielsweise mit Kendrick Lamar, Jack Harlow und anderen Künstlern finden auf dem Campus statt.

Und dann gibt es natürlich auch noch den College Sport. Da die SDSU ein sogenanntes D1-College ist, spielen die Teams der Uni in den höchstmöglichen Ligen. Das bedeutet riesige Stadien, wie beispielsweise das Snapdragon Stadium mit einem Fassungsvermögen von ca. 35.000 Zuschauern und damit eine unfassbare Atmosphäre, wenn man bedenkt, dass es sich „nur“ um einen Uni-Sport handelt.

Fazit 

Abschließend kann ich ein Auslandsemester in San Diego nur jedem empfehlen. Die SDSU ist eine wirklich tolle Universität! Dazu kommen das Wetter und die kalifornische Lässigkeit, die das Leben vor Ort zu einem wahren Erlebnis machen. Es ist außerdem eine gute Möglichkeit, neue Kontakte aus der ganzen Welt zu knüpfen und Freunde für das Leben zu finden.

 

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