"Diese schöne und aufblühende Stadt hat mich wirklich positiv überrascht."
Im vierten Semester haben wir – unterstützt durch das Erasmus+ Programm und unser Partnerunternehmen Bertelsmann – in der rumänischen Hauptstadt ein Auslandssemester absolviert.
Vorbereitungen
Die Vorbereitungen für das Auslandssemester verliefen bis auf einen kleinen Punkt reibungslos. Die gute Kommunikation und Informationsveranstaltungen der FHDW haben sehr dabei geholfen, die zahlreichen Dokumente, die für das Auslandssemester benötigt wurden, reibungslos abzuwickeln. Der kleine Kritikpunkt richtet sich daher nicht an die FHDW, sondern an die Romanian American University (RAU). Diese hatte leider sehr lange Antwortzeiten, sodass manche Dokumente erst etwas verspätet bereitgestellt werden konnten. Als Unterkunft habe ich mich für ein Studentenwohnheim, mit etwa 35 Minuten Fußweg zur Uni, entschieden.
Bukarest
Die Hauptstadt Bukarest hat knapp 2 Mio. Einwohner. Diese schöne und aufblühende Stadt, hat mich wirklich positiv überrascht. Es gibt zwar, wie in den meisten Großstädten auch etwas heruntergekommene Gegenden, aber der Großteil der Stadt ist in einem guten Zustand und hat mir sehr gut gefallen. Zudem gibt es viele Freizeitaktivitäten, wie Restaurants, Bars, Parks, Fitnessstudios/Kletterhallen und amerikanisch inspirierte Einkaufszentren. Vor allem in der schönen Altstadt gibt es viel zu sehen. Die meisten Einwohner in Bukarest, denen ich begegnet bin, konnten Englisch sprechen und waren sehr hilfsbereit und freundlich.
Romanian American University
Die Romanian American University (RAU) hat Stärken und Schwächen. Gut hat mir gefallen, dass die meisten Professoren sich viel Mühe geben, den Studenten etwas beizubringen. Dadurch, dass die Vorlesungsräume und -gruppen von etwa 20 Studenten relativ klein waren, konnte man auch problemlos Fragen stellen. An das rumänische System musste man sich allerdings gewöhnen. Die Noten gehen von 0 bis 10, wobei 10 die beste Note ist. Klausuren können übersprungen werden, wenn man in den freiwilligen Vorklausuren und Prüfungsleistungen sowie den Seminaren eine Gesamtnote von mindestens 8 erreicht. Sollte man dies nicht schaffen, muss man in den eigentlichen Klausuren mindestens 5 Punkte erreichen, um zu bestehen. Ansonsten wurden alle Module auf Englisch unterrichtet, wobei manche Professoren einen stärkeren Akzent hatten. Dennoch konnte ich dem Unterricht gut folgen.
Nun zu den Dingen, die mir bei der RAU negativ aufgefallen sind: Zum einen war die Kommunikation, wie am Anfang bereits erwähnt, eher schlecht. Sehr viele E-Mails wurden ignoriert und man hat nur dann eine Antwort erhalten, wenn man mehrmals nachgefragt hat. Zum anderen machte die RAU einen unorganisierten Eindruck auf mich. Neue Stundenpläne und Ankündigungen wurden in der Regel erst sehr kurzfristig veröffentlicht.
Außerhalb von Bukarest
Ich habe Bukarest nur einmal für eine Tagestour durch das Umland und Besichtigungen von Schloss Bran (Draculaschloss), Schloss Peles und den Ort Brasov verlassen. Die Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt und mir gut gefallen.
Fazit
Ich kann jedem, der nach persönlicher Weiterentwicklung strebt und eine unvergessliche Zeit erleben möchte, empfehlen, ein Auslandssemester zu absolvieren. Diese einmalige Gelegenheit nicht zu nutzen, hätte ich auf jeden Fall bereut. Ein Auslandssemester ist zwar ein „Sprung ins kalte Wasser“, aber selbst, wenn das Land oder andere Aspekte des Auslandssemesters einem nicht gefallen sollten, nimmt man trotzdem eine Erfahrung mit, die die persönliche Weiterentwicklung vorantreibt. Die Zeit in Bukarest werde ich mit Sicherheit immer in Erinnerung behalten, und ich bin dankbar für dieses Erlebnis, das mir durch die HDI AG, die FHDW, die RAU und durch das Erasmus+ Programm ermöglicht wurde.