Deutscher Geldanlage-Index Winter 2020/21

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Junge Leute haben Lust auf Börse – Menschen in Deutschland sind keine „Aktienmuffel“

Der aktuelle Deutsche Geldanlage-Index des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) der FHDW zeigt das Stimmungsbild in Deutschland in Bezug auf Aktien trotzt der Corona-Krise. 


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Zweimal im Jahr ermittelt das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) der FHDW den so genannten Deutschen Geldanlage-Index, der die Einschätzungen der Menschen in Deutschland zur Geldanlage, insbesondere in Aktien, Aktienfonds und fondsgebundene Lebensversicherungen, misst. Der aktuelle Deutsche Geldanlage-Index zeigt: Das Stimmungsbild in Deutschland in Bezug auf Aktien trotzt der Corona-Krise. In den Umfragen des DIVA vom Dezember äußerst die Mehrheit der Befragten weiterhin eine positive Einstellung, wenn es um die langfristige Geldanlage in Aktien, Fonds und aktienbasierte Lebens- und Rentenversicherungen geht. Im bundesweiten Durchschnitt geht der Index nur leicht von 44,2 im Sommer auf immer noch solide 41,1 zurück.

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland hält Aktien, Fonds und Versicherungen auf Aktienbasis für eine attraktive Anlageform. „Überzeugte Aktienmuffel sind klar in der Minderheit“, erläutert FHDW-Professor Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des DIVA, die aktuellen Zahlen. Zwar verharre die Quote der Besitzer von Aktien und aktienbasierten Anlagen auf deutlich unter 20 Prozent und damit im internationalen Vergleich auf recht niedrigem Niveau. Die Umfrage deute aber darauf hin, dass sich etwas bewegen könnte. Jeder Dritte gebe an, sich in näherer Zukunft stärker an der Börse engagieren zu wollen.

Favoriten hierfür sind für Heuser nicht so sehr Einzelaktien, sondern vielmehr Aktienfonds und fondsbasierte Lebens- und Rentenversicherungen. Konjunkturzyklen, Marktumbrüche, abrupte Schocks oder auch Managementfehler könnten auf den Kurs einer Einzelaktie voll durchschlagen. Zum Beispiel habe der Corona-Schock die Lufthansa mit Wucht getroffen; entsprechend sei das Jahr 2020 für Lufthansa-Aktionäre unerfreulich gewesen. Dasselbe gelte für Wirecard-Aktionäre; hier sei massives Managementversagen für die Kurseinbrüche verantwortlich. Solche Verluste würden einem breiteren Börsenpublikum in Deutschland nicht liegen. „Deshalb sind Aktienfonds eine wunderbare Erfindung der Finanzmärkte“, so Heuser. Dort legt man sein Geld in einem Korb verschiedenster Aktien an, deren Risiken sich gegenseitig und über einen langen Anlagezeitraum ausgleichen. Das mache sie auch für die private Altersvorsorge, z.B. auch beim Riester- und Rürup-Sparen, interessant.

Auch wenn die Befragungsergebnisse generell ein recht zuversichtliches Bild vermitteln, hat die Corona-Krise dennoch ihre Spuren hinterlassen. Vor allem die 30- bis 50-jährigen zeigen in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine gewisse Börsen-Verunsicherung. „Diese Gruppe befindet sich in der Volllastphase ihres Lebens, bestimmt zunehmend gesellschaftliche Einstellungen und ist für die mittelfristige Aktienkultur in Deutschland wichtig“, erläutert Heuser. Der aktuelle Rückgang ihrer Aktienzuversicht sei an sich nicht dramatisch, solange sich hier kein Trend ausbilde.

Umgekehrt würde Heuser gerne sehen, dass sich eine Entwicklung bei den Menschen unter 30 Jahren zum Trend verstetigt: „Die jungen Leute entwickeln einen neuen Appetit auf Börse.“ Banken, Fondsgesellschaften und Vermögensberater berichten seit Monaten verstärkt, und die DIVA-Umfragen bestätigen: Diese Altersgruppe legt einen ausgeprägten Aktienoptimismus, vor allem auf die erwähnten Fonds, an den Tag.

Dies sei deshalb ermutigend für eine moderne Aktienkultur in Deutschland, so Heuser, weil der „Anlegernachwuchs“ in größerer Anzahl bereits im frühen Alter mit der Börse experimentiere und erste Erfahrungen sammle. Für die jungen Leute selbst sei es gut, in ihren Vermögensaufbau und in ihre langfristige Altersvorsorge frühzeitig auch „Anlagen in Produktivkapital“ einzubauen. Die Börse reflektiere das Zukunftspotential der deutschen Volkswirtschaft und der Weltwirtschaft; an den Aktienmärkten Geld anzulegen heiße, sich an diesem Zukunftspotential zu beteiligen.

Zudem könne mit der „Generation Greta“ die Nachfrage nach nachhaltigen Anlageprodukten einen zusätzlichen Schub erhalten. „Den Menschen wird zunehmend wichtig, auch beim Geldanlegen ihre sozialen, ethischen und ökologischen Vorstellungen zu berücksichtigen“, interpretiert das DIVA die Zahlen. Allerdings stehe dieser Aspekt im Spannungsfeld mit der Sicherheit, der Rendite und der Verfügbarkeit der Geldanlage. Heuser: „Bei konkreten Anlagenentscheidungen ist Sicherheit klar dominierend, Nachhaltigkeit spielt eine untergeordnete Rolle. Und das ist in allen Gruppen der Gesellschaft so: bei Alt und Jung, Reich und Arm, Bürger und Berater, Frau und Mann, Ost und West.“ Heuser ist überzeugt, dass sich das in Zukunft ändern wird, nicht zuletzt auch aufgrund von politischen Bemühungen zum Beispiel der Europäischen Kommission, mehr Klarheit in den recht unscharfen Begriff der Nachhaltigkeit zu bringen.

Bemerkenswert ist an den DIVA-Ergebnissen auch, dass etwa ein Drittel der Befragten ungenügendes Fachwissen dafür angab, warum aktienbasierte Anlagen in Deutschland Nachholbedarf haben. Das sei nicht gut, so Heuser: „Sachkunde, Erfahrung und Respekt vor der Komplexität sind an der Börse unabdingbar.“ Andererseits würden die Menschen zunehmend erkennen, dass man die Renditepotentiale der Börse nicht vernachlässigen dürfe. Gute Beratung könne hier hilfreich sein. Vor diesem Hintergrund sei interessant, dass nur 50 Prozent der Bürger insgesamt, aber 80 Prozent der Kunden von Vermögensberatern das Sparen in Aktienformen für attraktiv halten. Heuser: „Der Deutsche Geldanlage-Index zeigt, dass die Menschen in Deutschland die Börse, unser Produktivkapital, zunehmend als Option der Geldanlage annehmen. Ich sehe Deutschland auf gutem Weg, zu einem Land kluger Geldanleger zu werden.“


DIVA – Deutsches Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung

Das DIVA ist das Forschungsinstitut des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater (BDV) und Hochschulinstitut der FHDW. Wesentlicher inhaltlicher Forschungsfokus sind die namensgebenden Gebiete der Vermögensbildung und der Altersvorsorge. Hierzu veröffentlicht das Institut jeweils zweimal jährlich einen Geldanlage-Index und Altersvorsorge-Index, die Einstellungen der Menschen in Deutschland zu diesen Finanzfragen messen. Die Indizes basieren auf den DIVA-Tandemumfragen, repräsentativen Doppelbefragungen von Endverbrauchern einerseits und Vermögensberatern andererseits. Wissen­schaftlicher Direktor ist FHDW-Professor Dr. Michael Heuser, kaufmännischer Direktor Dr. Helge Lach. Veröffentlichungen des DIVA und weitere Informationen unter www.diva.de.

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