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Bergisch Gladbach
Wissensfrühstück an der FHDW

Zum ersten Mal hatte die FHDW in Bergisch Gladbach zum Wissensfrühstück eingeladen. Die Kompakt-Vorträge zur digitalen Transformation in der Personalgewinnung hörten sich rund 50 interessierte Gäste an – anschließend wurde diskutiert.


Nein, es gab nicht nur Kaffee und Brötchen. Es gab auch köstliche und frische Frucht-Joghurts, O-Saft, Obst und darüber hinaus jede Menge Neues zu erfahren. Und das wollten sich rund 50 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Personalverantwortliche anhören. Sie waren am Dienstagmorgen, 8. Oktober, um 8.30 Uhr, mit Frühstückshunger und Wissensdurst zum ersten Human Resources-Wissensfrühstück zur Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach (FHDW) gekommen. Das Thema war offenbar gut gewählt: „Die digitale Transformation der Personalgewinnung“. „Wir sind ja auch für Sie auf der Suche nach Nachwuchs“, begrüßte Dr.-Ing. Alexander Brändle die Gäste. Der Leiter des FHDW-Campus in Bergisch Gladbach freute sich über die große Zahl an Gästen zur Premiere des neuen Veranstaltungsformates.

Rund zwei Millionen Fachkräfte fehlen zurzeit in Deutschland. Die Tendenz ist steigend. Für das Jahr 2030 prognostiziert Prof. Dr. Micha Bergsiek sogar 5,2 Millionen. Bergsiek ist Leiter des DZNF der FHDW (Deutsches Zentrum für nachhaltiges Wirtschaften und Fachkräftesicherung) und war am Dienstagmorgen einer der eingeladenen Referenten. Bei einer konstant niedrigen Arbeitslosenquote (zurzeit 4,9 Prozent) stellen diese Zahlen die Unternehmen vor eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Bergsiek nannte aber auch Lösungen. Im Kreis Höxter zum Beispiel haben sich Unternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsam Analysen des zukünftigen Arbeitsmarktes und ein aktives Arbeitgebermarketing zu betreiben. Ein Ergebnis davon: „Viele der Unternehmen waren in der Region gar nicht bekannt, obwohl darunter Weltmarktführer waren“, so Bergsiek, der am DZNF auch Studien zu Methoden der Jobsuchende bei Jugendlichen durchgeführt hat. Demnach stehen Eltern als Ratgeber bei der Berufswahl ganz oben auf der Liste, die Jobsuche wird eher am PC zu Hause als auf dem Handy erledigt und soziale Medien spielen eine untergeordnete Rolle. „Sie nutzen eher Jobportale“, so Bergsiek.

Die Referenten des FHDW-Wissensfrühstücks (v.l.n.r.): Prof. Dr. Micha Bergsiek (Leiter DZNF der FHDW), Dominic Bönisch (Joblocal GmbH), Aylin Bruns und Lars Wolfram (Talents Connect) und Gastgeber Dr.-Ing. Alexander Brändle (Leiter des FHDW-Campus Bergisch Gladbach). Foto: Klaus Pehle/FHDW

Die Referenten des FHDW-Wissensfrühstücks (v.l.n.r.): Prof. Dr. Micha Bergsiek (Leiter DZNF der FHDW), Dominic Bönisch (Joblocal GmbH), Aylin Bruns und Lars Wolfram (Talents Connect) und Gastgeber Dr.-Ing. Alexander Brändle (Leiter des FHDW-Campus Bergisch Gladbach). Foto: Klaus Pehle/FHDW 

„Kein Onlinemarkt ist so schwierig wie der bei Jobs“, warnte Dominic Bönisch vor einer Überschätzung der Jobportale, von denen mittlerweile rund 1.000 in Deutschland aktiv sind. Bönisch muss es wissen, er hat die mittlerweile zur Funke Mediengruppe gehörende Joblocal GmbH gegründet und ist dort Geschäftsführer. Das Unternehmen betreibt regional ausgerichtete Jobportale. „Jeder Job hat eine bestimmte Zielgruppe“, so seine Erfahrung. In der Konsequenz müsse auch für jeden einzelnen Job eine spezifische Personalsuche gestartet werden. „Das ist zwar viel Arbeit, bringt aber Recruiting-Erfolg.“ Besonderen Stellenwert bei der erfolgreichen Arbeitnehmersuche haben für Bönisch eine klare Arbeitgebermarke und eine durchgehend transparente Unternehmenskultur. „Das, was bei uns auf der Homepage steht, ist auch das, was wir machen“, nahm er die Joblocal GmbH als Beispiel.

Nicht nur die Vorzüge des Unternehmens selbst, sondern auch die Merkmale der Region eines potenziellen Arbeitgebers kann bei der Personalsuche hilfreich sein. Das machte Lars Wolfram von Talents Connect am Beispiel Daimler deutlich. Das Unternehmen suchte für das Werk Gaggenau im Nordschwarzwald Personal. „Gaggenau hat eine extrem hohe Lebensqualität und dadurch hat man Leute dafür begeistert, dort hinzuziehen“, so Wolfram, Gründer und Chief Operating Officer von dem Kölner Unternehmen Talents Connect, das Unternehmen softwarebasiert bei der Personalgewinnung unterstützt.

Nach den drei Vorträgen konnten die Gäste des Wissensfrühstücks den Referenten noch Fragen stellen, sich untereinander austauschen und natürlich noch einmal ausgiebig frühstücken. „Das war eine gelungenen Veranstaltung, schön, dass so viele interessierte Besucherinnen und Besucher gekommen sind“, kommentierte Brändle als Gastgeber den Auftakt zur Wissensfrühstücks-Reihe.