"Ich habe die Australier als sehr freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt.“
In diesem Erfahrungsbericht möchte ich von meinem unvergesslichen Auslandssemester an der Gold Coast in Australien berichten. Ich studiere Wirtschaftsinformatik und hatte mich dafür entschieden, mein viertes Semester an der Southern Cross University (SCU) zu verbringen. Trotz anfänglicher Zweifel und großem Respekt vor diesem Schritt konnte ich mich schließlich dazu motivieren – nicht nur, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern auch, um neue akademische Perspektiven zu gewinnen und in eine andere Kultur einzutauchen. Ich hoffte, mich persönlich weiterzuentwickeln und an meinen eigenen Fähigkeiten zu arbeiten, um künftige Herausforderungen besser meistern zu können.
Die organisatorische Vorbereitung
Die Bewerbung für das Stipendium ging recht einfach. Ich bin dem Bewerbungsaufruf von der FHDW gefolgt und habe das Bewerbungsformular zusammen mit meinem Motivationsschreiben, Lebenslauf und dem aktuellen FHDW-Zeugnis per E-Mail an das International Office der FHDW gesendet. Nach ein paar Wochen habe ich die Rückmeldung erhalten, dass die Bewerbung erfolgreich war. Während der Planung des Auslandssemesters wurden mir Dokumente wie eine Sicherheitsbelehrung oder Informationen zum Versicherungsschutz per E-Mail zugesendet, die ich ausfüllen und unterschreiben sollte. Den PROMOS-Vertrag habe ich anschließend per Post erhalten und diesen unterschrieben zurückgesendet.
Das International Office der FHDW hat mich sehr bei meiner Bewerbung und Vorbereitung auf das Auslandssemester unterstützt. Auf meine Fragen, die ich per E-Mail gesendet habe, gab es ausnahmslos schnelle und hilfreiche Antworten. Zudem konnte ich eine Teams-Besprechung mit dem International Office vereinbaren, um finanzielle Aspekte und Fragen rund ums Auslandssemester zu klären. Selbst wenn man einmal den Überblick darüber verliert, welche Aufgaben noch offen sind oder welche Dokumente noch ausgefüllt und unterschrieben werden müssen, erinnert das International Office einen freundlich daran, sodass keine Frist verpasst wird.
Für die Bewerbung an der Universität in Australien habe ich außerdem Unterstützung von GOstralia! bekommen. Die Kommunikation mit der Southern Cross Universität in Australien erfolgte ausschließlich über sie. Für die Bewerbung stellte GOstralia! einen Leitfaden zur Verfügung, der genau erklärt, welche Inhalte enthalten sein sollten. Bevor die Bewerbungsunterlagen an die Southern Cross University (SCU) weitergeleitet wurden, überprüfte GOstralia! diese nochmal sorgfältig auf Vollständigkeit. Nach kurzer Zeit habe ich das Studienplatzangebot über GOstralia! per E-Mail erhalten. Um das Studienplatzangebot annehmen zu können, waren das Ausfüllen des GSS, eine Aufstellung der finanziellen Mittel, die Unterzeichnung des Studienplatzangebots und ein Nachweis über die Zahlung der Studiengebühren erforderlich. Für das Auslandssemester war außerdem der Abschluss einer OSHC-Versicherung (Krankenversicherung) verpflichtend. Ich habe mich dazu entschieden, die OSHC-Versicherung über die SCU abzuschließen. Den entsprechenden Betrag habe ich gemeinsam mit der Zahlung der Studiengebühren an die Universität überwiesen.
Nachdem die Unterlagen von der SCU geprüft wurden, habe ich die Zusage auf einen Studienplatz erhalten. Anschließend konnte ich mich um den Visumantrag kümmern. Auch für den Visumantrag hat GOstralia! einen Leitfaden zur Verfügung gestellt, der Schritt für Schritt erklärt, wie man am besten vorgeht und worauf zu achten ist. Zwar war die Antragstellung etwas aufwendig, dennoch habe ich das Visum innerhalb eines Tages erhalten. Im letzten Schritt musste ich mich nur noch um einen passenden Flug und die erforderlichen Impfungen kümmern. GOstralia! hat mich sowohl während als auch nach dem Auslandssemester weiterhin begleitet und unterstützt.
Sobald ich den Zugriff auf mein E-Mail-Postfach der SCU erhalten habe, trat ich in persönlichen Kontakt mit der Universität, um einige Fragen zum Studienablauf oder zur Orientierungswoche zu klären. Der richtige, direkte Austausch fand jedoch erst vor Ort statt.
Ankommen
Ich habe einen Flug gebucht, der in Frankfurt startete, über Abu Dhabi nach Sydney führte und schließlich zur Gold Coast weiterging. Bei der Landung am Flughafen der Gold Coast konnte ich bereits die SCU von oben sehen, da diese direkt neben dem Flughafen liegt.
Ich bin fünf Tage vor Beginn der Orientierungswoche in Australien angekommen, um genügend Zeit zum Einrichten, Ankommen und zur Überwindung des Jetlags zu haben. Für meinen Aufenthalt in Australien habe ich mich für ein sogenanntes Share House in Banora Point (liegt in der Nähe von Coolangatta) entschieden, in dem ich gemeinsam mit drei weiteren Bewohnern und der Hausbesitzerin gelebt habe. Die wöchentliche Miete betrug 250 Australische Dollar.
Die Orientierungswoche
Am 30. Juni – mit dem Start der Orientierungswoche – habe ich das erste Mal die SCU besucht. An der Universität wurde man als internationaler Student herzlich empfangen. Die Orientierungswoche war sehr gut organisiert und spannend gestaltet. Während der ersten beiden Tage habe ich an verschiedenen Workshops teilgenommen. Dabei ging es unter anderem um Themen wie Sicherheit in Australien, Informationen zur OSHC-Versicherung, Visabestimmungen sowie Freitzeitmöglichkeiten an der Gold Coast. Während der Pausen zwischen den Workshops hatte ich die Gelegenheit, mich mit anderen internationalen Studierenden auszutauschen. Die Orientierungswoche war so gestaltet, dass Montag und Dienstag ausschließlich die neu angekommenen internationalen Studierenden vor Ort waren und ab Mittwoch die einheimischen Studierenden dazukamen.
Am Mittwochmorgen kamen alle Studierenden zusammen und wir wurden vom Campusleiter begrüßt. Dabei erhielten wir einen Überblick über das Studium an der SCU und die wichtigsten Abläufe. Danach hatte man die Möglichkeit, an einer Campusführung teilzunehmen. Der Campus besteht aus drei Gebäuden. Einem Hauptgebäude und zwei Nebengebäuden. Im Hauptgebäude befinden sich der Empfang sowie mehrere Unterrichtsräume. Dort fanden auch die meisten Workshops statt. Die beiden Nebengebäude beherbergen ebenfalls Unterrichtsräume, aber auch Pausenräume, eine Bibliothek, eine Küche und sogenannte „Silent Areas“, in denen man ungestört arbeiten kann. Auf dem Campus befindet sich zudem ein Café, und gelegentlich gab es dort auch einen kleinen Essensstand, an dem Paella angeboten wurde. An dem Mittwoch wurden auf dem Campus mehrere verschiedene Informationsstände aufgebaut, die man besuchen konnte. Dabei waren auch einige Clubs und Sportvereine vertreten, bei denen man sich informieren oder direkt eintragen konnte. Neben diesen Informationsständen gab es auch einige kleine spielerische Aktivitäten, bei denen man an Gewinnspielen teilnehmen oder kleine Goodies gewinnen konnte. Zusätzlich wurden Essen und Getränke bereitgestellt und es gab Live-Musik, die für eine lockere und angenehme Atmosphäre sorgte.
Für die jeweiligen Fakultäten bzw. Studienrichtungen gab es separate Veranstaltungen. Innerhalb der Veranstaltung wurde der Ablauf des Studiums erklärt und es gab die Möglichkeit, die Kommilitonen kennenzulernen. Aufgrund meiner Modulauswahl war ich zwei Fakultäten gleichzeitig zugeordnet, einmal der Faculty of Science and Engineering und zum anderen der Faculty of Business, Law and Arts. Zudem richtete sich die Informationsveranstaltung eher an die Studenten, die einen Abschluss wie Bachelor oder Master an der Universität machen wollen.
Der Studienablauf
Der Studienablauf war so gestaltet, dass jeweils zwei Module über einen Zeitraum von sechs Wochen behandelt und abgeschlossen wurden. Anschließend folgte eine zweiwöchige Pause, bevor der Unterricht mit zwei neuen Modulen für weitere sechs Wochen fortgesetzt wurde. In den ersten sechs Wochen nahm ich an den Modulen Cyber Security und Business Forecasting teil und in den darauffolgenden sechs Wochen an Finance for Business und Computational Thinking teil.
Der Unterricht fand zweimal pro Woche vor Ort und zweimal pro Woche online statt. Während der Online-Vorlesungen wurden die Inhalte aus dem Präsenzunterricht noch einmal zusammengefasst und offene Fragen zu den Assessments besprochen. Bei den Assessments handelt es sich um Abgaben, die benotet werden. Bei jedem Modul mussten drei Assessments bearbeitet werden und diese haben zusammen die Endnote gebildet. Die Abgabe eines Assessments erfolgte etwa alle zwei Wochen. Diese konnten unterschiedliche Formen haben, zum Beispiel Berichte, Präsentationen oder Quizze. Zur Vorbereitung gab es vielfältige Unterstützungsangebote. Man konnte beispielsweise Termine mit ehemaligen Studierenden vereinbaren oder sich an einen sogenannten Learning Advisor wenden, der bei der Planung und Bearbeitung half.
Während des Studiums hatte ich jederzeit die Möglichkeit, Kontakt mit dem International Office der Southern Cross University oder mit meiner Ansprechpartnerin für internationale Studenten aufzunehmen, wenn ich bestimmte Anliegen hatte. Die Dozenten selber konnte ich auch jederzeit per E-Mail kontaktieren und Fragen zu den Unterrichtsinhalten oder Assessments stellen, worauf ich immer zügig eine Antwort erhalten habe.
Freizeitaktivitäten
Australien bietet unglaublich viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen oder zu entdecken. Man kann beispielsweise Wildtierparks oder Freizeitparks besuchen, in Shopping Malls einkaufen oder Whale-Swimming und Speedboat-Touren teilnehmen. Zu meinen persönlichen Highlights zählt ein Fallschirmsprung aus 3.000 Metern Höhe. Besonders empfehlen kann ich außerdem den Besuch der Pacific Fair in Broadbeach Waters, eines der größten Einkaufszentren der Region, sowie eine Tour auf der Fraser Island.
Auch die Southern Cross University hat ein breites Angebot an Freitzeitaktivitäten. Jede Woche wurde per E-Mail ein elektronischer Newsletter verschickt mit den Aktivitäten, die für die kommende Woche anstanden. Einmal in der Woche konnte man an einem Yoga-, Zumba- oder Fitnesskurs teilnehmen. Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, sich einem Sportteam, etwa im Volleyball, Football oder Basketball, anzuschließen. Auf dem Campus fanden außerdem regelmäßig Events statt, bei denen man Kerzen gestalten oder eigenes Öl herstellen konnte. Im September gab es dort auch einen kleinen Markt, auf dem saisonales Obst und Gemüse angeboten wurde. Für 10 AUD konnte man sich dort einen Jutebeutel mit Obst und Gemüse füllen. Außerdem erhielten wir per E-Mail regelmäßig Einladungen zu verschiedenen Freitzeitaktivitäten wie zum Beispiel einem Surfkurs oder einer Leuchtturmtour, die für die Studierenden der SCU kostenlos angeboten wurden.
Um zur Universität zu gelangen, nutzte ich regelmäßig den Bus. Ich wohnte etwa 15 Minuten zu Fuß von der nächsten Bushaltestelle entfernt und musste in Coolangatta einmal umsteigen. Insgesamt betrug meine Fahrzeit inklusive Fußweg rund eine Stunde, was im Vergleich zur 20-minütigen Autofahrt relativ lang war. In Coolangatta selbst gibt es keine Bahnverbindung, erst weiter nördlich, in Richtung Surfers Paradise, kann man in die Bahn umsteigen. In Brisbane zählt sogar die Fähre als öffentliches Verkehrsmittel, was ich besonders interessant fand.
Ich war positiv überrascht, wie gut Australien im Bereich der öffentlichen Infrastruktur aufgestellt ist. An nahezu jeder Ecke gab es frei zugängliche Toiletten, Barbecue-Stationen und Wasserspender.
Lebensweise, Einkaufen, Infrastruktur & more
Was mir persönlich außerdem aufgefallen ist, ist, dass die Einheimischen sehr früh ihren Tag starten, aber dafür auch recht früh wieder schlafen gehen. In Coolangatta war beispielsweise gegen 21 Uhr kaum noch etwas los. Auch Supermärkte und Restaurants schließen meist um diese Uhrzeit. Sie sind dafür aber jeden Tag der Woche geöffnet, sogar sonntags, was ich aus Deutschland so nicht gewohnt war.
Vor meiner Reise nach Australien hatte ich die Vorstellung, dass es dort überall giftige Tiere gibt und man ständig aufpassen muss. Tatsächlich habe ich aber schnell gemerkt, dass diese Befürchtung übertrieben war. Zwar sieht man hin und wieder mal eine Spinne, aber giftige Tiere sind meist eher in abgelegenen Gebieten zu finden. Während meines Aufenthalts bin ich beispielsweise keiner einzigen Schlange begegnet. Stattdessen konnte ich viele faszinierende Tiere wie Wale, Delfine, Meeresschildkröten, Koalas und Kängurus in freier Wildbahn beobachten.
Was das Essen betrifft, hat es mich überrascht, dass in Restaurants nur wenige landestypische Spezialitäten angeboten wurden. Stattdessen gab es eine große Auswahl an internationalen Küchen: von griechisch, chinesisch und japanisch über indisch, koreanisch und amerikanisch bis hin zu deutschen Gerichten.
Die Lebenserhaltungskosten würde ich insgesamt als ähnlich wie in Deutschland beschreiben. Beim Einkaufen ist mir aufgefallen, dass vor allem Süßigkeiten, Eier sowie Obst und Gemüse recht teuer sind. Auch kosmetische Produkte wie Shampoo oder Duschgel werden häufig nur in großen Verpackungen angeboten und sind im Vergleich zu deutschen Produkten eher kostspielig. Auf der anderen Seite sind Sprit und öffentliche Verkehrsmittel in Australien deutlich günstiger. Für eine Busfahrt habe ich in der Regel nur etwa einen Dollar bezahlt.
Grobe Kostenübersicht pro Monat
Miete: 1.000 AUD
Lebensmittel: 370 AUD
Kosmetikprodukte: 30 AUD
Öffentliche Verkehrsmittel: 20 AUD
Aktivitäten: 260 AUD
Auswärts essen gehen: 215 AUD
Shopping: 105 AUD
Fitnessstudio: 80 AUD
Sonstiges: 58 AUD
Gesamt: 2.138 AUD
In Orten wie Coolangatta und auch Tweed Head gibt es viele Möglichkeiten, den wöchentlichen Einkauf zu erledigen, essen zu gehen oder Kleidung und Souvenirs einzukaufen. Jeden zweiten Sonntag eines Monats fand in Coolangatta ein Markt statt, auf dem man neben frischem Obst, Schmuck und Kleidung auch zahlreiche selbst hergestellte Produkte einkaufen konnte.
Ein australisches Bankkonto zu eröffnen, war kein großes Problem; das habe ich an einem Nachmittag erledigt. Ich habe mich dazu zunächst online „angemeldet“ und anschließend in einer Bankfiliale identifizieren lassen. Die Kontoeröffnung sowie die Zusendung einer physischen Bankkarte waren kostenlos. Auch das Abheben von Geld war an vielen Orten problemlos möglich.
Während meines Aufenthalts in Australien fand ich folgende Internetadressen sehr hilfreich:
Fazit
Am Anfang meines Auslandssemesters hatte ich zunächst einige Schwierigkeiten, das australische Englisch zu verstehen, da viele Australier sehr viel Slang verwenden und relativ schnell sprechen. Nach einiger Zeit habe ich mich daran gewöhnt. Insgesamt habe ich Australier als sehr freundliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt.
Im Allgemeinen kann ich ein Auslandssemester in Australien sehr empfehlen. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe, und würde mich jederzeit wieder für ein Auslandssemester in Australien entscheiden. Man lernt nicht nur, eine Fremdsprache besser zu sprechen und zu verstehen, sondern man entwickelt sich auch persönlich weiter, lernt eine andere Kultur und viele neue Leute von überall auf der Welt kennen. Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass ich ein paar neue Freunde aus Indonesien, Sri Lanka, Korea oder von den Philippinen dazugewinnen konnte.