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Bergisch Gladbach
Wie digitale Technik die Industrie sicherer und effizienter macht

15 Studierende haben im 5. Semester ihres dualen Studiengangs Wirtschaftsinformatik Lösungen erarbeitet, um Industrieanlagen per digitaler Netzwerk- und Cloudtechnik besser überwachen und effizienter machen zu können. 


Der Kurs „Ausgewählte Gebiete der Informatik“ fand seit Mitte März coronabedingt ausschließlich digital statt. Zur Präsentation kam auch der Digitalbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach, die der FHDW einen Forschungsauftrag für Smart City-Projekte erteilt hat.

Da steht sie wieder. Die alte Spielzeug-Dampfmaschine. Angetrieben mit den nicht wirklich gut riechenden Esbit-Trockenbrennstoff-Riegeln und vielen Menschen sicher noch wohlbekannt aus Kindheitstagen. Dieses Modell hier im Forum der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach (FHDW) aber tickt anders. Sie ist ausgerüstet mit digitalen Sensoren. Die greifen kontinuierlich Messdaten ab. Brennkesseltemperatur, Abgasemissionen und die Werte des dampferzeugten Stroms messen die Sensoren. Ein angeschlossener Mini-Computer wandelt die Daten um, anschließend überträgt er sie per LoRaWAN ins Internet, wo sie mit anderen Daten wie geografischen Koordinaten in Korrelation gesetzt werden können. Nach einer grafischen Aufarbeitung erscheinen die Daten der Dampfmaschine, optional korreliert mit relevanten Parametern, in Form einer Skala oder eines Diagramms auf einem Monitor. Weltweit abrufbar über das Netz.

Konzept und Programme für die digital überwachte Dampfmaschine stammen von 15 Studierenden in ihrem fünften Semester der Wirtschaftsinformatik an der FHDW in Bergisch Gladbach. „Heutzutage betrifft das Thema Smart Industries nahezu alle Unternehmen“ sagt Robert Loosen (21). Der Studierende absolviert die Praxisphasen des dualen Studiums bei der RheinEnergie. „Was wir hier gemacht haben“, sagt er zum zurückliegenden Semester, „ist sehr nah an der eigentlichen Technik. Da geht es zum Beispiel um smarte Zähler, die den Stromverbrauch automatisch übermitteln, um Kraftwerksüberwachung und die Wartung von Anlagen.“

Entscheidende Bedeutung kommt bei der Übermittlung der Informationen dem LoRaWAN zu. Ein weltweites Netzwerk, das die Daten über Gateways empfängt, transferiert und ins Internet sendet. Die Übertragungstechnik kann Daten bis etwa sechs Kilometer kabellos senden und verbreitet sich gerade erst über den Erdball. Knapp 2.500 solcher Gateways gibt es in ganz Deutschland, drei davon in Bergisch Gladbach – alle betrieben von der FHDW.

Da wundert es nicht, dass bei der Dampfmaschinen-Präsentation auch Marcel Böttcher einer der interessierten Beobachter ist. Seit einem Jahr ist er bei der Stadt Bergisch Gladbach als Chief Digital Officer für die Digitalisierung verantwortlich. Böttcher hat nicht nur seinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik an der FHDW gemacht, sondern dort auch seine Masterarbeit zum Thema Digitale Verwaltung geschrieben. „Sehr interessant, wie das von den Studierenden hier umgesetzt wird“, sagt der städtische Digitalbeauftragte, der auch schon einen Forschungsauftrag an die FHDW zum Thema Smart Cities erteilt hat. Mögliche Einsatzbereiche für die Sensortechnik und LoRaWAN bei der Stadt sieht er zum Beispiel bei der Überwachung von Feuerwehrzufahrten, bei der Verkehrsleitung und -zählung sowie bei der Überwachung der Bodenfeuchtigkeit in städtischen Grünanlagen.

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