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„Während die Informatikfächer an der DBS sehr einfach sind, sind die Wirtschaftsfächer auf dem Niveau der FHDW oder sogar etwas aufwendiger.“

Erfahrungsbericht von Dennis Nolte  

Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik, Studienaufenthalt September - Dezember 2016 an der Dublin Business School

Das International Office bot mir die Dublin Business School an

„Ich will für ein Semester im Ausland studieren, was nun?“ Diese Frage stellt sich unweigerlich jeder, sobald er den Entschluss gefasst hat, einen Teil seines Studiums im Ausland zu verbringen. Auch mir ist diese Frage nicht fremd. „In welchem Land möchte ich überhaupt studieren?“, „Welche Universität bietet sich an?“ und „Wie vereinbare ich dies mit meinen Praxisphasen im Unternehmen?“ waren Fragen, die sich mir stellten.

Zu diesem Zeitpunkt bin ich auf das International Office zugegangen. Zunächst spielte ich mit dem Gedanken, die Welt Asiens zu erkunden. Aber die Kurse müssen von der FHDW auch anerkannt sein – bei Asien: außerordentlich schwierig. Dafür bot mir das International Office an, mein Auslandssemester an der Dublin Business School (DBS) zu absolvieren. Da es sich um eine Partnerhochschule der FHDW handelt, vereinfachte das viele organisatorischen Aspekte deutlich. Auch der Kontakt zur DBS wurde zunächst über das International Office hergestellt. Da sich der Zeitraum des Semesters an der DBS ziemlich genau mit dem heimischen deckte, gelang auch die Absprache mit dem Unternehmen problemlos.

Wichtig: Auslandskrankenversicherung und Wohnung

Die beiden organisatorischen Aspekte, die ich hervorheben möchte, sind zum einen eine Auslandskrankenversicherung und zum anderen die Unterkunft. Erstere ist in meinen Augen unerlässlich, insbesondere, da über das Internet preisgünstige Angebote für Studierende bezogen werden können. Letztere stellt insbesondere in Dublin durchaus eine Herausforderung dar. Es ist ratsam, eine Wohnung nur nach vorheriger Besichtigung zu mieten. Andere Alternativen wären eine Wohngemeinschaft oder aber eine Gastfamilie. Ich entschied mich für eine Gastfamilie, da die Dublin Business School diese sogar selbst vermittelt. Somit habe ich mir den Stress, in den ersten Wochen zusätzlich eine Wohnung suchen zu müssen, erspart.

Dadurch, dass Irland die Heimat einer uns allen wohlbekannten Niedrigpreisairline ist, gestaltete sich die Anreise sehr einfach. Ich wurde durch einen Abholservice vom Flughafen (der aber auch über Busse sehr gut angebunden ist) direkt zu meiner Gastfamilie gebracht. Sie hat mich gleich sehr nett empfangen und nur wenige Hausregeln aufgestellt.

Mit der Orientierungswoche ging’s los an der Dublin Business School

Die erste Woche an der DBS ist eine sogenannte Orientierungswoche; es finden zwar keine Vorlesungen statt, dafür aber umso mehr Aktivitäten für die internationalen Studenten. Gerade zu Beginn sollte man an vielen dieser Aktivitäten teilnehmen, um Kontakte zu knüpfen. Die größte Herausforderung in der ersten Woche ist sicherlich die Organisation der Kurszusammenstellung. Um den Anforderungen der FHDW entsprechen zu können, musste ich diverse Kurse wechseln. Da die Administration der DBS in den ersten zwei Wochen jedoch hoffnungslos überlastet ist, wird die Klärung extrem erschwert.

Während des Semesters muss einiges an Aufwand in das Studium investiert werden. Insbesondere der hohe Anteil von Gruppen- und Hausarbeiten an den geforderten Prüfungsleistungen führt dazu, dass doch einige Stunden mit Recherche, Schreiben und Abstimmung vergehen. Während die Informatikfächer an der DBS sehr einfach sind, sind die Wirtschaftsfächer auf dem Niveau der FHDW oder sogar etwas aufwendiger.

Die Iren: gelassen und gastfreundlich 

Während des Semesters lässt sich Dublin aufgrund der geringen Präsenzstundenanzahl in vollen Zügen genießen. Sei es die Erkundung der Stadt, ein Trip durch einen der vielen Parks oder aber ein fröhlicher Abend oder Nachmittag im Pub – irgendetwas gibt es immer in Dublin zu unternehmen. Dies wird durch diverse Clubaktivitäten der DBS weiter gefördert, sei es Fußball, Tischtennis oder Tanzen.

Die Wochenenden bieten sich an, die schöne Umgebung Dublins zu erkunden. Ein Trip in den Fischerort Howth oder in die Hafenstadt Dun Laoghire (ausgesprochen Dun Liery, wie auch sonst?) ist sehr zu empfehlen. Die Abende lassen sich in vielen der charmanten Dubliner Pubs und den modernen Clubs ebenfalls genießen, solange man die Studentenangebote beachtet. Insbesondere im Diceys durften wir so einige erinnerungswürdige Momente genießen. Das Leben gestaltet sich viel ruhiger als in Deutschland, was, denke ich, mit der gelassenen, gastfreundlichen Kultur der Iren zusammenhängt.

Während des Semesters bietet die Studentenvertretung der DBS in der Regel ein Surfwochenende in Bundoran, an der Grenze zu Nordirland, an. Eine Teilnahme ist zu empfehlen, denn man kann einen ganz anderen Teil Irlands genießen, als es Dublin ist. Selbst die Iren behaupten, dass Dublin nicht Irland ist und Irland nicht Dublin. Daher sei jedem ans Herz gelegt, die sogenannte „Reading Week“ in der Mitte des Semesters, in der ebenfalls keine Kurse stattfinden, als „Travel Week“ umzufunktionieren. Ein Roadtrip mit Freunden ist bezahlbar, wird hundertprozentig absolut unvergesslich und zeigt noch einmal die Vielfalt und Schönheit der Natur Irlands. Von Drehorten der Serie „Game of Thrones“ bis hin zu UNESCO-Welterbestätten wie der Giant’s Causeway lässt sich nahezu alles entdecken.

Fazit

So spannend und aufregend ein Auslandssemester an der Dublin Business School auch ist, so kommt es doch leider zu einem hohen Preis. Während die Studiengebühren international gesehen relativ niedrig sind, so sind die Kosten für Unterkunft und Verpflegung (die Ausnahme bildet Lidl) extrem hoch, nahe dem Niveau Londons und somit sicher über dem von München. Es macht demnach Sinn, sich durch das Unternehmen, Stipendien, Erasmus+ oder Auslands-BAföG finanzielle Unterstützung zu sichern. Dabei sollte die Bewerbung um diese Förderprogramme frühzeitig erfolgen. Alles in allem hat mich das Auslandssemester ca. 7.000 € gekostet, davon entfallen allerdings über 65 % auf Unterkunft und Studiengebühren.

Dennoch möchte ich die Erinnerungen und die Erfahrungen, die ich durch das Auslandssemester gewonnen habe, nicht mehr missen. Man lernt Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt kennen, betrachtet einmal die bisherige eigene Laufbahn aus einem ganz anderen Blickwinkel und entwickelt schlussendlich seinen Charakter weiter. Mich persönlich hat die Zeit in Irland sehr geprägt und mich in meinem Denken und Handeln beeinflusst.

PS: Jedem, der vorab einen Eindruck von Irland gewinnen möchte, sei auch das Buch „Irisches Tagebuch“ von Heinrich Böll empfohlen. Dieses Buch schafft es, viele Aspekte der irischen Kultur und des Landes zeitlos in Worte zu fassen.