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„Wer dort keinen Spaß hat, ist selbst schuld.“

Erfahrungsbericht von Alina Emde  

Bachelor-Studiengang International Business, Studienaufenthalt September - Dezember 2017 in Bilbao/Spanien an der Universidad de Deusto
Gefördert über Erasmus+

International Office half mit Erasmus+

Beginnend im September 2017 habe ich, Alina Emde, insgesamt vier Monate an der Universidad de Deusto in Bilbao, Spanien, studiert. Ich bin auf das Auslandssemester durch eine der vielen Informationsveranstaltungen der FHDW bezüglich Auslandsaufenthalte aufmerksam geworden. Da ich bereits mein 3. Semester in Dublin verbrachte, hatten mich meine dortigen Erfahrungen davon überzeugt, ein weiteres Semester im Ausland zu verbringen. Außerdem wollte ich meine Spanischkenntnisse endlich mal unter Beweis stellen und mich selbst ein wenig herausfordern.

Das International Office hat mich von Beginn an begleitet und in jeglicher Hinsicht unterstützt. Nach Einreichung meiner Bewerbung hieß es dann abwarten. Da offiziell eigentlich nur zwei Plätze für das Auslandssemester in Bilbao vorgesehen waren, war es umso überraschender und erfreulicher, als uns dann die Nachricht überbracht wurde, dass 2017 die Möglichkeit besteht, alle vier Bewerber zur Universidad de Deusto zu schicken! Sofort bekamen wir viele Informationen und Präsentationen bezüglich des weiteren Verfahrens, da mit dem Erhalt des Erasmus+ Stipendiums einige bürokratische Angelegenheiten verbunden sind. Alle notwendigen Unterlagen, auszufüllenden Dokumente und wie genau die Erasmus+ Unterstützung aussieht, wurde ausführlich und einfach vom International Office erklärt. Auch die Kontaktpersonen der Universidad de Deusto wurden uns zu Beginn direkt mitgeteilt. 

Wohnungssuche war einfach

Recht schnell erfuhren wir auch, dass die Universidad de Deusto bei der Wohnungssuche hilft. Da ich mich bei Erhalt der Bestätigung meines Auslandsaufenthalts ebenfalls im Ausland befand und aufgrund der Arbeit nicht allzu viel Zeit hatte, mehrere Wohnungsportale zu durchsuchen, war die Unterstützung der Deusto sehr hilfreich. Freie Wohnungen stellte die Deusto auf einer Google-Maps-Ansicht dar, man konnte auf die jeweilige Wohnung klicken und direkt Bilder und Informationen bezüglich der Miete sehen. Ich durfte fünf bevorzugte Wohnungen auswählen, von denen ich schlussendlich auch eine bekam.

Ein Tipp zu den Versicherungen

Von der Deusto wird geraten, eine Auslandskranken-, Reise-, Haftpflicht- und Unfallversicherung usw. abzuschließen. Es gibt Angebote vom DAAD und von Versicherungsanbietern, aber auch die Deusto bietet ein Versicherungspaket für den Aufenthalt für ungefähr 100 € an. Im E-Mail-Verkehr mit der Deusto hatte es den Anschein, als müsste man all diese Versicherungen haben, ich habe das Paket daher abgeschlossen. Es ist aber kein Muss. Mein Rat daher: Wer schon einige Versicherungen hat, kann auf das Paket verzichten. Das Risiko geht dann allerdings auf eigene Verantwortung.

Am Intensivkurs unbedingt teilnehmen!

Da ich auf der Arbeit schon meine Spanischkenntnisse anwenden musste, flog ich bestens vorbereitet Ende August 2017 nach Bilbao. Ich nahm zwar nicht an dem angebotenen Intensivkurs teil, würde ihn aber anderen Studierenden sehr empfehlen. Einerseits ist er vorteilhaft für diejenigen, die sich noch etwas unsicher mit der Sprache fühlen. Andererseits lernt man in dem Kurs sehr schnell neue Leute kennen. Und man hat vor dem eigentlichen Studium noch etwas mehr Zeit, Bilbao in Ruhe zu erkunden und zu genießen. Zu diesem Zeitpunkt findet auch immer ein großes Fest in Bilbao statt (Semana Grande). 

Der Sprachkurs hat mir viel gebracht

Nach Ankunft in Bilbao haben wir alle an einem Sprachtest teilgenommen und wurden in die unterschiedlichen Niveaus eingeteilt. Ich war zu Beginn im Kurs B2.1, allerdings durfte ich (nach langen Diskussionen mit unterschiedlichen Spanischdozenten) den Kurs B2.2 besuchen, da es für mich von meinem Stundenplan her besser passte und ich mich vom Niveau steigern wollte. Eigentlich ist es nicht gerne gesehen, dass Studierende in eine höhere Niveaustufe tauschen, weil sonst jeder tauscht, ein Chaos ausbrechen würde und die zu Beginn durchgeführten Tests sinnlos wären. Ich hatte allerdings Glück und somit gibt es einen großen Daumen hoch für die Deusto, dass sie mir diesen Wechsel ermöglicht hat.  

Der Sprachkurs an der Universidad de Deusto hat mir in meiner sprachlichen Entwicklung sehr viel gebracht, da dort intensiv auf die Grammatik sowie die mündliche Kommunikation eingegangen wurde. Meine Dozentin war eine herzensliebe und tolle Frau und hat es mit viel Leidenschaft und ihrem spanischen Temperament geschafft, die tägliche Unterrichtsstunde interessant und abwechslungsreich zu gestalten.

Toller Campus

Vier Studierende der FHDW in Bilbao vor dem Gebäude der Universidad de Deusto.

Vor dem Gebäude der Universidad de Deusto

Bezüglich der Universität kann ich nur sagen, dass die Deusto eine tolle Cafeteria und auch im Allgemeinen ein sehr schönes und modernes Gebäude besitzt. Es ist sehr sauber und wem die Cafeteria zu langweilig wird, kann ebenfalls in der gegenüber gelegenen Bibliothek schnell und günstig zu Mittag essen (> 5 €). Ich war von dem Campus sowie von der Bibliothek sehr begeistert, denn sie sind eine Kombination aus einem modernen Stil und spanischem Ambiente. Die riesigen Palmen im Hauptgebäudes der Universität sind unschlagbar schön.

Anderes Lernen an der Deusto 

An der Deusto ist es ein ganz anderes Lernen. Die Abschlussnote ist prozentual aufgeteilt und setzt sich aus verschiedenen Assignments, Gruppenarbeiten, Präsentationen und dem Final Exam zusammen. Innerhalb der Gruppen ist es oftmals nicht ganz so einfach, eine sehr gute Note zu erzielen, da die Lern- und Teambereitschaft einiger Kommilitonen nicht ausreichend vorhanden sind. Das hat es mir in einigen Fächern ziemlich schwer gemacht, eine sehr gute Note zu erzielen und meinen Lernaufwand deutlich erhöht. Denn es kann passieren, dass man z. B. eine Gruppenarbeit, die eigentlich für fünf Personen bestimmt ist, alleine beenden muss, wenn sich kein weiterer aus der Gruppe dazu verpflichtet fühlt, etwas zu schreiben.

Zudem war es an der Deusto eher ein durchgängigeres Lernen als an der FHDW mit ihrer Klausurphase am Ende des Semesters. Wir mussten in gewissen Fächern alle vier Wochen eine Präsentation halten oder ein Assignment abgeben. Einige Noten fielen dementsprechend nicht ganz so gut aus, wie ich es mir eigentlich vorgenommen hatte. Allerdings sind für mich die Erfahrungen, die ich erlebt, und die Menschen, die ich in Bilbao kennengelernt habe, bedeutend wichtiger, als in diesem Falle meine Noten.

Bilbao ist eine kleine, aber schöne Stadt,

… in der man eigentlich alles zu Fuß erreichen kann. Wer nicht so gerne läuft, kann natürlich auch die Metro oder Tram nehmen. Bezahlt wird vor Ort mit einer sogenannten „barik card“, die einmal gekauft und individuell immer wieder aufgeladen wird. Ein wunderschöner Strand zum Surfen und Schwimmen ist nur knapp 45 Minuten mit der Metro entfernt. Auch sonst gelangt man schnell mit der Metro an die Küste, wenn man gerne spazieren geht oder die Natur im Allgemeinen gerne mag.

Die Miete variiert in den unterschiedlichen Bezirken. Ich wohnte in San Mames und habe 365 € monatlich gezahlt. Mercadona ist ein nahegelegener guter und günstiger Supermarkt. Auch wenn man abends mit seinen Freunden rausgegangen ist, hielten sich die Kosten in Grenzen, z. B. kosteten die traditionellen „Pintxos“ (baskische Spezialität) 1 - 4 € pro Pintxo.

Über Erasmus fand man schnell Anschluss

Was ich unbedingt betonen muss, ist die Organisation von Erasmus. Durch bereits vor der Ankunft erstellte Gruppen bei Facebook und Whatsapp war man direkt mit den ganzen Erasmus-Studierenden im Kontakt und konnte somit schnell Anschluss finden. Eigentlich fand fast jeden Tag eine Veranstaltung statt und wer noch keinen Anschluss gefunden hatte, brauchte lediglich dorthin zu gehen und fand schnell Freunde. Jeder war offen und hatte Lust, neue internationale Leute kennenzulernen.

Außerdem wurde fast jedes Wochenende ein Ausflug von der Erasmus-Organisation angeboten, sodass man relativ günstig viele unterschiedliche Orte in Spanien gemeinsam mit den anderen internationalen Studierenden bereisen konnte. Es ist fast unmöglich, keinen Anschluss zu finden und nach einer gewissen Zeit kennt man so ziemlich alle, mindestens vom Sehen. Trotz hunderter von Erasmus-Studenten haben es alle Ansprechpartner von Erasmus geschafft, IMMER innerhalb von zehn Minuten bei Whatsapp zu antworten. Ich habe mich direkt wohl gefühlt und man wusste, dass man bei jeglichen Problemen jederzeit einen Ansprechpartner hat.

Bilbao war eine tolle Erfahrung und ich persönlich merke, wie viel es mir für meine sprachliche Entwicklung gebracht hat. Sprachlich fühle ich mich sicherer und kann mich problemlos mit Personen auf Spanisch unterhalten. Allerdings ist Bilbao genauso wie Dublin einfach eine tolle Möglichkeit, viele internationale Studierende kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Man erfährt neue Ansichtsweisen und sieht Situationen in anderen Ländern von einer ganz anderen Seite, da man einen viel persönlicheren Bezug durch die Erfahrungen der anderen erhält. Wer dort keinen Spaß hat, ist selbst schuld.