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„Raus aus dem kalten Deutschland und rein in den Sommer!“

Erfahrungsbericht von Marie Risse

Bachelor-Studiengang International Business, Praktikum Oktober - Dezember 2017 in Las Palmas auf Gran Canaria, bei Intercan Connect SL
Gefördert über Erasmus+

Aufmerksam geworden auf die Praktikumsstelle bin ich über die Praktikumsstellenbörse meinpraktikum.de. Da ein Auslandspraktikum in meinem International-Business-Studium obligatorisch ist und ich gerne meine Kenntnisse in Spanisch erweitern wollte, entschied ich mich schnell für ein Praktikum in Spanien. Und ich hatte Glück, dass ich relativ kurzfristig (Mitte September) eine Stelle in Las Palmas auf Gran Canaria gefunden habe: im Bereich Online-Marketing/CRM für die Seite surfcamp-online.com. Surfcamp-online.com ist eine Webseite, auf der Surfcamps weltweit gelistet sind und man sich z. B. einen Urlaub buchen kann.

Nach ein paar E-Mails mit meinem Arbeitgeber Stefan Seichter war klar, dass ich das Praktikum direkt nach meinen Klausuren antreten würde. Tatkräftig unterstützt hatte mich das International Office, welches mir trotz kurzfristiger Abgabe meiner Praktikumsbestätigung zur Seite stand und mir bei der rechtzeitigen Abgabe meiner ERASMUS-Unterlagen geholfen hat.

Für das ERASMUS+ Stipendium und meinen Praktikumsvertrag musste ich im Vorfeld noch eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen und meine Unfall- und Haftpflichtversicherung nachweisen. Besonders an einem Praktikum in Spanien ist, dass man einen Vertrag zwischen dem Unternehmen, dem Praktikanten und der Universität abschließt.

Nur drei Tage Regen in drei Monaten 

Nachdem alles Organisatorische geklärt war, trat ich meine Flugreise nach Gran Canaria an. Raus aus dem kalten Deutschland und rein in den Sommer! In Las Palmas waren es bei meiner Ankunft sonnige 25 Grad, im Gegensatz zu den 10 Grad in Deutschland. Man gewöhnt sich sehr schnell an das traumhafte Wetter. Während meines dreimonatigen Aufenthalts hat es gerade mal an drei Tagen geregnet – eine gute Bilanz für die Leute, die den Winter lieber im Warmen verbringen.

Bei der Wohnungsbesichtigung direkt zuzusagen

Bei Abflug hatte ich noch keine Unterkunft und bin zunächst in einem Hostel untergekommen. Nach knapp zwei Wochen und ein paar Wohnungsbesichtigungen hatte ich dann mein eigenes Zimmer in einer Wohngemeinschaft. Hier ein Tipp von mir: Sowohl ich selbst als auch andere deutsche Praktikanten erfuhren, dass mündliche Zusagen nicht immer allzu ernst genommen werden. Am besten ist es, bei der Wohnungsbesichtigung direkt selbst zuzusagen und am nächsten Tag mit seinen Sachen vor der Tür zu stehen.

Büro direkt in der Nähe von Las Canteras

Mein Büro befand sich in der Nähe des populären Playa de Las Canteras. Dort habe ich die meiste Zeit alleine mit meiner Kollegin gearbeitet, die ebenfalls deutsche ERASMUS+ Studentin war. Meine Hauptaufgaben waren die Betreuung der Surfcamps und die Erstellung von neuem Content, also neuer Surfcamp-Einträge. Die Einträge wurden in die Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch übertragen. 

Hier war besonders Eigeninitiative und Selbstständigkeit gefragt, da ich mich selbst einarbeiten musste. Oftmals haben die Surfcamps fehlerhaftes Material geschickt oder oft auch gar nichts, so dass ich selbst Material von deren Webseiten nehmen musste und bei den Camps nachhakte. Da ich zuvor schon Erfahrungen im Bereich Online-Marketing gesammelt hatte, fiel mir die Einarbeitung sowie die Arbeit mit dem Content-Management-System Joomla nicht schwer.

Traumhafte Insel zu günstigen Preisen

Nach der Arbeit sind meine Kollegin und ich oft zum 200 m entfernten Strand gegangen oder am Wochenende auch zum Parque de Santa Catalina, wo oft Veranstaltungen oder Märkte stattfanden. Da meine Unterkunft im historischen Kern Triana war, bin ich jeden Tag mit dem Bus 5 km hochgefahren. Generell sind öffentliche Verkehrsmittel sehr günstig in Gran Canaria. Für eine Fahrt habe ich 0,80 € bezahlt, für die 20 km Fahrt bis zum Flughafen nur 2,30 €. Auch Taxifahrten sind günstig, von Las Canteras bis zur zentralen Bushaltestelle in Triana habe ich nicht mehr als 5 € bezahlt. Hier werden Busse übrigens liebevoll Guaguas genannt (wua wuas ausgesprochen). 

Außerdem gibt es viele Museen, die man kostengünstig als Student besuchen kann. Besonders glücklich wird man garantiert auch als passionierter Surfer – der Strand Las Canteras gilt als Hotspot für Surfer jedes Niveaus.

Insgesamt habe ich etwas günstiger gelebt als zuhause in Deutschland. Gerade Obst und Gemüse bekommt man frisch und günstig in den Fruterías an jeder Ecke. Auch Bekleidung findet man hier in vielen Läden günstiger als in Deutschland (z. B. im Centro Comercial Las Arenas). Für Wohnung und Essen bin ich mit ca. 400 € zurechtgekommen. Und das Schönste an der Insel bekommt man sowieso kostenlos: Sonne und Strand! Eine Fahrt um die Insel ist unbedingt zu empfehlen; die Landschaft und auch die Leute sind es in jedem Fall wert!