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SanLucar ist wahrscheinlich genauso, wie ein Deutscher sich eine spanische Firma vorstellt: laut und stürmisch.

Erfahrungsbericht von Maja Scheffer

Bachelor-Studiengang International Business, Praktikum April - Juni 2017 in Valencia bei SanLucar Fruits
Gefördert über Erasmus+

Mit dem Auto nach Spanien

Den April, Mai und Juni 2017 habe ich bei der Firma SanLucar Fruits S.L. im Backoffice verbracht. Diese Firma vertreibt (und produziert teilweise auch selbst) Obst und Gemüse aus der ganzen Welt nach Europa. Somit liegt das Headquarter am perfekten Standort, nämlich im Land der Apfelsinen: in Valencia in Spanien. 

Der Bewerbungsprozess lief sehr simpel und einfach über Skype und E-Mails ab. Leider musste ich aufgrund der spanischen Gesetzeslage einige Papiere vor meinem Start beantragen, z. B. die Sozialversicherung, die spanische Ausländeridentitätsnummer (Número de Identidad de Extranjero – NIE) und den Wohnsitz. Hierzu bekam ich aber viel Unterstützung von der SanLucar-Personalabteilung. Jedem, der diese Papiere beantragen muss, rate ich, sich rechtzeitig online Termine bei den entsprechenden Behörden geben zu lassen.

Während meines Praktikums konnte ich bei meinem Vater wohnen, allerdings ist es für Studenten sehr einfach, eine Unterkunft in Valencia zu finden. Angereist bin ich mit meinem Auto, da ich etwas außerhalb von Valencia wohnte. Zudem war ich so flexibler. Für die gesamte Reise habe ich ca. 1 ½ Tage gebraucht, mit einer Übernachtung in Montpellier. Allerdings gibt es auch immer günstige Flüge von Köln, Düsseldorf oder Weeze. Die meisten anderen Praktikanten bei SanLucar sind per Flugzeug gekommen. 

Genaugenommen liegt das SanLucar-Bürogebäude in Puzol, einem kleinen Vorort von Valencia. Mit einem Zug, der jede halbe Stunde fährt, kommt man von Valencia aus ganz bequem jeden Tag zur Arbeit. Generell sind die Arbeitszeiten von 9.00 – 18.00 Uhr. Sehr arbeiterfreundlich ist, dass man sich bei Überstunden einen halben Tag frei nehmen darf –„tarde libre“.

Bei SanLucar dreht sich alles um gutes Gemüse – und Nachhaltigkeit

Zu SanLucar kann man sagen, dass die Firma wahrscheinlich genauso ist, wie ein Deutscher sich eine spanische Firma vorstellen würde: laut und stürmisch. Branchenbedingt gibt es saisonale Hochzeiten, z. B. im Frühjahr mit dem Beeren-Verkauf, und weniger anstrengende Zeiten. Gutes Gemüse zu verkaufen, ist das A und O bei SanLucar, wobei sehr viel Wert auf Natürlichkeit und Nachhaltigkeit gelegt wird. Im Unternehmen achtet jeder sehr auf Recycling und die Unterstützung von eigenen sozialen Projekten, die Kindern in Valencia, Südamerika und Südafrika zugutekommen. Beispielsweise kann sich jeder Mitarbeiter alle zwei Wochen an einem internen Frühstücksverkauf beteiligen, um somit die eigene Suppenküche in Valencia zu unterstützen. 

Sofort waren mir meine neuen Kollegen sympathisch

An meinem ersten Tag wurde ich sehr freundlich von meiner Ansprechpartnerin in Empfang genommen. Als erstes erklärte sie mir die Abläufe sowie die Eckdaten der Firma. Am meisten beeindruckte mich, dass sich SanLucar sehr für ein faires Arbeitsverhältnis einsetzt und deshalb auch stolz ist, den offiziellen Titel „fair company“ tragen zu dürfen. Nach einem anschließenden Rundgang durch die Firma wurde mir meine Abteilung vorgestellt. Das Backoffice-Team besteht aus 7 Mitarbeitern: 5 Spanier und 2 Halb-Spanier.  

Im Großen und Ganzen ist die Firma international aufgestellt, obwohl der größte Anteil Spanier sind. Zudem spricht fast jeder sowohl spanisch als auch deutsch. Jeder, der möchte, und besonders Praktikanten können gratis in den Mittagspausen Sprachkurse belegen, um die eigenen Sprachleistungen zu verbessern. Ich persönlich habe fast nur spanisch gesprochen und gelangte sehr schnell in den Arbeitsrhythmus. 

Sofort waren mir meine neuen Kollegen sympathisch, weil sie total witzig und aufgeschlossen waren. In meinen ersten Tagen wurde ich von jedem in sein Aufgabengebiet eingeführt. Im Backoffice sind alle so organisiert, dass jeder jede Aufgabe übernehmen kann. Deshalb habe ich mich schnell als ein Teil des Teams gefühlt, da ich den selben Arbeitsrhytmus wie meine Kollegen hatte. Am besten fand ich, dass ich von meinen Kollegen kontinuierlich gefordert und gefördert wurde, so dass ich am Ende meines Praktikums fast jede Aufgabe des Backoffice selber durchführen konnte.

In den Mittagspausen kann sich jeder Mitarbeiter etwas zu essen mitbringen und es in der Küche erwärmen. Prinzipiell gehen alle zur gleichen Zeit essen, wodurch ein sehr gemeinschaftliches Gefühl entsteht und man schnell in Gespräche einbezogen wird. Meistens habe ich mich zu den anderen Praktikanten gesetzt, von denen der Großteil aus Deutschland, aber auch einige aus Südamerika oder Spanien kamen. Ab und zu sind wir gemeinsam nach der Arbeit zum naheliegenden Strand gefahren und haben die letzten Sonnenstunden des Tages ausgenutzt.

Jeden Tag sehr gerne zur Arbeit

Das Praktikum verbinde ich mit einer super Stimmung, weil wir uns oft Zeit genommen haben, um gemeinsam einen Kaffee zu trinken oder uns – egal wobei – unterstützt haben. Aber vor allem, weil wir sehr viel gelacht haben. Als Abteilung sind wir ab und zu mittags essen gegangen oder haben uns nach der Arbeit auf ein Feierabendbier getroffen. Zusammenfassend bin ich jeden Tag sehr gerne zur Arbeit gegangen und konnte viel Know-how zu den Grundlagen der internen kaufmännischen Prozesse mitnehmen. 

Stadt am Mittelmeer mit schöner Altstadt

In meiner Freizeit habe ich versucht, so viele Freunde wie möglich zu treffen. Oft besuchten wir Restaurants in dem dafür bekannten Viertel Canovas oder schlenderten über die Strandpromenade Malvarrosa. Im Szeneviertel Ruzafa oder im Barrio del Carmen in der Altstadt trifft man vor allem abends viele Menschen, die die letzten Abendstunden genießen wollen. An den Wochenenden habe ich ab und zu Ausflüge unternommen oder das gute Wetter ausgenutzt und Strände besucht.