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„Das Beste war jedoch, die Polarlichter zu sehen, muss man auf jeden Fall mal gemacht haben.“

Erfahrungsbericht von Dominic Wahl

Bachelor-Studiengang International Business, Praktikum Januar - Mai 2017 in Stockholm bei Cramo
Gefördert über Erasmus+

Erfahrungsbericht Dominic Wahl während des dualen Studiums International Business IBS

Am wichtigsten: frühzeitig die Personennummer beantragen

Eine Besonderheit für Schweden ist, dass man sich dort auch als EU-Bürger beim Staat anmelden und eine Personennummer beantragen muss. Diese braucht man fast immer, wenn man irgendwas beantragen möchte. Am wichtigsten für mich war sie für mein Bankkonto. Ohne die Nummer ist es unmöglich, ein Konto zu eröffnen. Die Personennummer sollte man am besten schon vor dem Praktikum beantragen, da die Bearbeitungszeit im Durchschnitt 6 bis 8 Wochen beträgt. Ich musste nach meiner Ankunft noch einen Monat darauf warten, konnte demensprechend kein Konto eröffnen und habe mein Gehalt auch erst später bekommen. 

Der mit Abstand schwierigste Teil ist aber, eine Wohnung zu finden. Als eine der wenigen Großstädte in Skandinavien ist Stockholm ziemlich begehrt und es besteht extreme Wohnungsknappheit. Dazu kommt, dass es dort beliebter ist, eine Wohnung zu kaufen als zu mieten und viele Internetportale nur auf Schwedisch sind. Hier muss man sehr geduldig und darf nicht sehr wählerisch sein. Ich bezahlte für ein ca. 10 m2 großes Zimmer (20 min per U-Bahn bis zur Innenstadt) 500 Euro pro Monat.

Entspannte Arbeitsatmosphäre bei Cramo

Cramo AB verleiht allerlei Baumaschinen, angefangen von Bohrmaschinen über Bauhütten bis hin zu Baggern an Geschäfts- und Privatkunden. Auf jeden Fall eine sehr interessante Branche. In den ersten Tagen bei Cramo wurde ich herzlich empfangen, alle Mitarbeiter waren von Anfang an nett zu mir und haben mich direkt ins Team aufgenommen. Bereits in der zweiten Woche sind wir alle zusammen für meine Begrüßung abends ausgegangen. Meine Kollegen haben alle darauf Rücksicht genommen, dass ich kein Schwedisch spreche. Auch wenn ich mal nur mit Schweden zusammen beim Mittagessen saß, haben alle Englisch gesprochen, was alle auch sehr gut können. Deswegen war es für mich kein Problem, der einzige Deutsche dort zu sein, zumindest war ich nicht der einzige Nicht-Schwede. 

Auch sonst ist die Arbeitsatmosphäre sehr entspannt und die Arbeitszeit ist sehr angenehm. Im Durchschnitt habe ich von 8.30 bis 16.00 Uhr gearbeitet, konnte aber auch so ziemlich kommen und gehen, wann ich wollte, solange ich meine Aufgaben erledigte. Zwischendurch gibt es auch öfters Kaffee- und Kuchen-Pausen mit den Kollegen. Zusätzlich ist Cramo auch sehr mitarbeiterfreundlich, es gibt kostenloses Obst, Kaffee und Tee jeden Tag, einmal im Monat ein Frühstück mit allen zusammen und viele Vergünstigungen bei verschiedenen Geschäften und Unternehmen. Ich habe zum Beispiel 150 Euro Fitnessbeitrag wiederbekommen, den ich im Fitnessstudio ausgegeben habe (von insgesamt 160 Euro für 4 Monate).

Während des Praktikums hatte ich sowohl meinen eigenen Aufgabenbereich, als auch die Gelegenheit, in jeden Aspekt meiner Abteilung reinzuschauen und überall mitzuhelfen. Dies hat mir einen tiefen und vielfältigen Einblick in das Unternehmen gewährt.

Schöne Stadt, teures Leben

Zu Stockholm kann ich nur sagen, dass es eine der schönsten Städte ist, die ich je gesehen habe. Es ist nur schade, dass ich im Winter dort war, im Sommer erwacht die Stadt erst richtig zum Leben. Das öffentliche Verkehrssystem ist perfekt mit einem breiten Netz an Stationen und häufig fahrenden Bahnen und Bussen. Auch ohne Schwedisch zu sprechen, kommt man gut zurecht, da zum einen Schwedisch und Deutsch ziemlich ähnlich sind und man durch Lesen viel verstehen kann und zum anderen alle Schweden super Englisch sprechen und einem helfen können.  

Das Leben allgemein in Stockholm ist ziemlich teuer, besonders, wenn man gerne mal Alkohol trinkt. Alkohol über 3,5 % kann man nur im staatlichen Monopol „System Bolaget“ kaufen, wobei Schnaps bei ca. 25 Euro pro Flasche anfängt und ein Bier ca. 2 Euro pro Flasche/Dose kostet. Dies hört sich erstmal nicht sehr viel an, aber da man Bier nicht in Kästen, sondern nur in einzelnen Flaschen kaufen kann, steigert sich das ordentlich, wenn man mehrere kaufen möchte. In einer Bar fangen die Bierpreise bei 8 Euro an und gehen gerne mal über 10 Euro hinaus.

Lebensmittel sind zwar vergleichsweise auch teurer als in Deutschland, aber nicht so sehr wie Alkohol. Am Anfang habe ich noch sehr auf die Preise geguckt, aber nach einer Zeit habe ich mich auch daran gewöhnt und auch die teuren Sachen gekauft, man hat ja eh keine Wahl. Insgesamt kann man schon mit einem benötigten Budget von ca. 1.500 Euro pro Monat rechnen. Je nachdem, wie viel man unternimmt, kann dies natürlich auch mehr oder weniger sein.

Fazit

Als Fazit würde ich sagen, dass viel zu organisieren und vieles nicht gerade billig ist. Aber Stockholm ist ein perfekter Ort zum Leben, und all das ist es auf jeden Fall wert. Die Schweden sind nicht umsonst eines der glücklichsten Völker der Welt. Finaler Tipp: Wenn man in Schweden ist, sollte man auf jeden Fall mal ganz in den Norden von Schweden fliegen, ob im Sommer oder im Winter – es ist immer ein einmaliges Erlebnis. Ich habe es im Winter gemacht, zu der Zeit ist alles mit Schnee bedeckt und alle Flüsse und Seen sind so zugefroren, dass man auf ihnen sogar mit Autos fahren kann. Das Beste war jedoch, die Polarlichter zu sehen, muss man auf jeden Fall mal gemacht haben.