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„Der Empfang dort war super und alle waren sehr offen und freundlich.“

Erfahrungsbericht von Daniel Ricken

Bachelor-Studiengang International Business, Praktikum März - Juni 2017 in Shreveport, Louisiana/USA, bei BENTELER Steel/Tube
Gefördert über PROMOS

Daniel Ricken bei BENTELER in Shreveport

Daniel Ricken (rechts) bei BENTELER in Shreveport

Bewerbung ein halbes Jahr vorher

Hallo, mein Name ist Daniel Ricken und ich bin seit Herbst 2015 International-Business-Student an der FHDW in Paderborn. Schon zu Beginn des Studiums wurde darauf hingewiesen, dass mindestens ein Auslandsaufenthalt Pflicht ist. Dieser findet in der Regel zwischen dem 3. und 4. Semester statt, da hier eine lange Praxisphase von ca. sechs Monaten vorgesehen ist. Daher ist man auch flexibler bei der Zeitraumplanung und Organisation des gesamten Auslandspraktikums.

In meinem festen Partnerunternehmen BENTELER Steel/Tube beginnen jedes Jahr zwei Kombistudenten (machen Ausbildung + Studium) im Bereich International Business. Darüber hinaus erhalten auch einige Auszubildende die Möglichkeit, ins Ausland zu gehen. Deswegen waren schon gute Kontakte von unserem deutschen Standort zu den verschiedenen Niederlassungen in aller Welt geknüpft. Hinzu kommt, dass ich die Möglichkeit hatte, mit einer Kollegin (Janina Seelig) zusammen ins Ausland zu gehen. Relativ schnell war für uns beide klar, dass wir in ein englischsprachiges Land möchten und deshalb wurden vom Unternehmen die Standorte Südafrika und Shreveport (USA) angeboten. Letztendlich haben wir uns für die USA entschieden. Etwa ein halbes Jahr vor Abreise habe ich mich auf eine Praktikumsstelle in der Einkaufsabteilung beworben. Zu den Bewerbungsunterlagen zählten ein Anschreiben, Lebenslauf und die aktuellen FHDW-Zeugnisse. Sehr schnell hatte ich dann auch die Kontaktdaten unserer Ansprechpartner und bekam meine Zusage.

Besonders wichtig: das Visum

Bei Praktika in den USA benötigt man ein Visum. In meinem Fall war es das J1-Visum, welches in der Regel alle Studentenpraktika betrifft. Verschiedene Organisationen bieten eine Kooperation für den Antragsprozess an, wie zum Beispiel die German American Chamber of Commerce (GACC), welche ich ausgewählt habe. Auf deren Internetseite (http://www.go-j1.com) ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Antragsprozess zu finden. Im Vorfeld sollte ein gültiger Reisepass vorliegen, da dessen Nummer häufig benötigt wird. Es wird empfohlen, mindestens drei Monate vor Abreise mit der Beantragung zu beginnen, was ich persönlich jedoch sehr knapp finde. Daher würde ich mit ca. vier bis fünf Monaten planen, da verschiedenste Formulare und Dokumente ausgefüllt und teilweise per Post verschickt werden müssen. Manchmal empfand ich den Beantragungsprozess sehr unübersichtlich und kompliziert und war froh, dass uns die GACC sehr gut unterstützt hat. Zu beachten ist auch, dass insgesamt etwa 1.000 Euro für das gesamte Visum einplanen muss.

Eine Auslandskrankenversicherung wurde über das Unternehmen abgeschlossen und unsere Kollegen in den USA haben sich um die Unterkunft gekümmert. Sowohl Versicherung, als auch eine permanente Unterkunft sollten frühzeitig feststehen, da diese Informationen für das Visum benötigt werden.

Ohne Auto geht nichts

Daraufhin wurden dann die Flüge gebucht und die Reise konnte beginnen! Am Freitagmorgen ging es von Düsseldorf über Atlanta nach Shreveport, wo uns zwei Azubis, die schon vor Ort waren, vom Flughafen abgeholt haben. Mit denen haben wir uns dann auch den Mietwagen während des Praktikums geteilt, da wir alle feste Arbeitszeiten von 8.00 bis 17.00 Uhr hatten. Für mich war es sehr hilfreich, dass die beiden schon eine Zeit vorher da waren und uns mit Tipps den Start in den USA erleichtern konnten. Abgesehen von Metropolen wie New York oder San Francisco ist ein Auto in den USA notwendig. Die Entfernungen sind viel größer und die meisten Verkehrswege sind nicht für Fußgänger oder Radfahrer ausgelegt.

Gewohnt haben wir in der Apartmentanlage „The Boulders on Fern“, die sehr schön und mit Pool sowie Fitnessstudio ausgestattet war. Die Kosten hierfür wurden vom Unternehmen getragen. Zu beachten ist jedoch, dass Lebensmittel in den USA sehr teuer sind und man mit etwa 70 bis 100 Dollar pro Woche rechnen muss.

Angebote, Preisvergleiche, Bestellungen – meine Aufgaben im Einkauf

Nachdem ich am ersten Wochenende etwas mit dem Jetlag zu kämpfen hatte, startete ich am Montagmorgen in der Einkaufsabteilung. Der Empfang dort war super und alle waren sehr offen und freundlich. Auch mein zukünftiger Arbeitsplatz war schon vollständig mit PC, Telefon und allem, was dazu gehört, eingerichtet. Von Vorteil war es, dass ich bereits in Deutschland einige Zeit im Einkauf verbracht habe und somit mit dem SAP-System etc. vertraut war. Während meines Praktikums habe ich die Stelle von einem Kollegen übernommen, der in eine andere Abteilung gewechselt ist. Dementsprechend hatte ich meinen eigenen Verantwortungsbereich und vielzählige sowie abwechslungsreiche Aufgaben. Dazu zählten das Anfragen von Angeboten, Preisvergleiche und -verhandlungen, Erstellen von Bestellungen, Anlegen von Lieferanten u. v. m. Durch meine Tätigkeit hatte ich Kontakt zu fast allen anderen Abteilungen am Standort und war sehr gut ausgelastet.

Reisen an den Wochenenden

Schon während des Praktikums haben wir unsere Wochenenden möglichst zum Reisen genutzt und waren in den umliegenden Städten wie Dallas, Baton Rouge und New Orleans. All diese Ziele konnte man mit dem Auto in drei bis fünf Stunden Fahrt erreichen. Vorteilhaft war das sehr günstige Benzin in den USA. Nach Abschluss des Auslandsaufenthalts hatten wir noch zwei Wochen Urlaub und waren an der Westküste und in Miami.

Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass es einzigartige Erfahrungen in verschiedenen Bereichen waren, die ich in meiner Zeit im Ausland gesammelt habe. Daher kann ich jedem ein Praktikum in den USA empfehlen.