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Tag der offenen Tür in Mettmann

Liebe Interessenten,

wir laden Sie herzlich zum Tag der offenen Tür nach Mettmann ein. Die Gelegenheit, den Campus näher kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen.



„Auch wenn es zuerst schwierig war, mich der chaotischen Lebensweise in Rumänien anzupassen, wollte ich am Ende gar nicht wieder nach Hause.“

Erfahrungsbericht von Joanne Taylor

Bachelor-Studiengang International Business, Studienaufenthalt Oktober 2016 – Januar 2017 in Bukarest/Rumänien an der Rumänisch-Amerikanischen Universität
Gefördert über Erasmus+

Warum Rumänien?

Meine Familie und Freunde waren zunächst sehr skeptisch, als ich ihnen von meinem Plan berichtete, ein Auslandssemester in Rumänien zu absolvieren. Oft fielen Vorurteile wie, dass es in Rumänien sehr gefährlich sei. Aber das konnte mich von meiner Entscheidung nicht abbringen und nun zum Ende meines Aufenthaltes in Bukarest kann ich definitiv sagen, dass es die richtige Entscheidung war.

Ich habe die Romanian-American University (RAU) zum einen gewählt, um mein Englisch zu verbessern, und zum anderen war es eine Empfehlung einer ehemaligen Arbeitskollegin. Wissenschaftlich und wirtschaftlich ist Bukarest sehr aufstrebend und beheimatet u. a. den stärksten Laser der Welt. Außerdem haben viele deutsche Firmen Niederlassungen in Rumänien. Deutsche Produkte z. B. von Kaufland muss man hier nicht missen und deren Preise sind durchaus erschwinglich.

Vor der Abreise

Mein Erasmus-Semester begann mit der ersten Infoveranstaltung über die verschiedenen Möglichkeiten, die Auslandspraxisphase an einer Universität statt mit einem Praktikum zu verbringen. Das International Office der FHDW war stets hilfsbereit und hat mich sehr in meiner Entscheidung und im folgenden Prozess unterstützt.

In den folgenden Wochen fiel dann einiges an Papierkram an und letztendlich bekam ich die Zusage der Universität und des Erasmus-Programms. Auch wenn es vom International Office angeboten wurde, habe ich keine zusätzliche Versicherung abgeschlossen und habe sie auch in meiner Zeit in Bukarest nicht benötigt.

Da jegliche Infomails immer in CC an zwei weitere Studenten aus Mettmann und Bergisch Gladbach versendet wurden, habe ich die beiden auf Facebook gesucht, sie einfach mal angeschrieben und gefragt, ob sie das Wintersemester auch an der RAU verbringen werden. So stellte sich heraus, dass ich mit dem Studierenden der FHDW Mettmann die RAU besuchen werde. Wir begannen unseren Aufenthalt also gemeinsam zu organisieren und unterstützten uns gegenseitig bei allen Fragen bezüglich Flug, Gepäck, Wohnung usw.

Erste Eindrücke

Als der Pilot des Flugzeuges mitteilte, dass wir uns in den Landeanflug begeben, war ich ein wenig überwältigt. Ich schaute nach draußen und sah nur Felder und kleine Dörfer. Keine Großstadt, wie ich mir Bukarest vorstellte.

Mit dem Taxi fuhren wir vom Flughafen in einem sehr alten Dacia Logan (Kilometerstand über 250.000 km) zur Uni. Die Außenbezirke Bukarests sahen sehr alt aus und moderne Gebäude wechselten sich mit zerfallenen Häusern ab. Alles passt nicht so recht zusammen. In der Nähe der RAU fielen uns natürlich direkt das World Trade Center als großer Hotelkomplex und die unzähligen Banken auf.

Die Uni und das Wohnheim sind in einem sehr großen und modernen Gebäude mit gläsernem Fahrstuhl zusammengefasst. Der erste Kontakt mit den rumänischen Mitarbeitern des Wohnheimes war recht schwierig, da diese eher gebrochen Englisch sprachen. Dennoch waren die Leute immer sehr freundlich und hilfsbereit. Zur gleichen Zeit kamen viele Studenten dort an und es war sehr chaotisch.

Zum Bezahlen der Kaution und der Miete mussten wir in die Uni nebenan und dort mit einigen Papieren zurück ins Wohnheim. Dieser wirklich umständliche Zahlungsweg für Miete, Internet etc. zog sich auch durch den ganzen Studienaufenthalt.

Danach zeigte der Wohnheimmanager mir meine Mitbewohnerin; ein türkisches Mädchen, das mich freudig mit Umarmungen und Küsschen empfing und mir erzählte, dass es schon seit Tagen auf mich gewartet habe. Sie war so herzlich und zeigte mir dann mein Zimmer im Wohnheim. Das etwa 14 qm große Zimmer, das wir uns zu dritt teilten, bestand aus Schlaf- und Wohnraum, Bad und einem kleinen Flur, in dem der Kleiderschrank stand. Dabei waren der Schrank und der Schreibtisch leider nur für zwei Personen konzipiert, doch das wurde nie zu einem Problem.

Eine Küche gab es im Wohnheim nicht und das Mitbringen von Küchenutensilien war untersagt. Bei kleinen Geräten wie einem Wasserkocher wurde jedoch ein Auge zugedrückt. Seine Wäsche, ausgenommen Socken und Unterwäsche, konnte man der Putzfrau zum Waschen geben, dennoch war diese nur bis 14:00 Uhr im Hause.

Am Nachmittag stellte uns der Wohnheimmanager dann meine zweite Mitbewohnerin vor, eine Italienerin. Wir drei verstanden uns direkt bestens und haben auch alle Ausflüge und Erkundigungen zusammen unternommen. 

Leben in Rumäniens Hauptstadt

Das Wohnheim befindet sich in einem etwas abgelegenen und sicheren Viertel. In nächster Umgebung finden sich zwei weitere Universitäten und ein Krankenhaus. In wenigen Gehminuten sind Supermärkte und Imbissstände zu erreichen.

Direkt vor der Uni liegt eine Bushaltestelle, die U-Bahn-Station 1 May ist etwa 15 Gehminuten entfernt und weitere Busse und die Metro fahren vom etwa 10 Minuten entfernten Busbahnhof Piata Preseii ab. Auch eine Taxifahrt in die Innenstadt ist mit etwa 10 Lei, umgerechnet etwa 2,50 €, durchaus preiswert.

Absolut empfehlenswert ist ein Besuch im nahegelegenen Park Herastrau. In den Sommermonaten gibt es sehr viele kleine Stände und Attraktionen um den See herum. Für einen Spaziergang um den ganzen See herum benötigt man etwa 2 Stunden, in denen man sehr viele Sehenswürdigkeiten betrachten kann. Darüber hinaus lohnt sich immer ein Abstecher zur Mall Baneasa oder zum AFI Palace. Diese beiden Kaufhäuser sind mit den deutschen nicht zu vergleichen und beherbergen neben den gängigen Modeläden auch Supermärkte, Kinos, eine Schlittschuhbahn und vieles mehr. Die Kinofilme laufen fast ausschließlich auf Englisch mit rumänischen Untertiteln.

Als Feinschmecker sollte man das Restaurant Caracubere besuchen, das traditionelles rumänisches Essen in einem sehr charmanten Ambiente serviert. Tipp: unbedingt das Dessert Papanasi probieren. 

In Bukarest direkt gibt es die zwei Erasmus-Gruppen ESN und ASE, die jede Woche viele Events und Trips organisieren. Die Events reichen von Ausflügen über Museumsbesuche und kulturelle Abende bis zu wöchentlich mehreren Partys. Die Veranstaltungen sind mehr als gut besucht von allen Erasmus-Studenten in der Umgebung und erfordern daher immer eine vorherige Anmeldung über Facebook. Insbesondere die Clubs in Bukarest sind fast täglich geöffnet und viele Bars haben an bestimmten Tagen unschlagbare Specials. Es ist also immer für jeden etwas dabei.

Romanian-American University

Keine Bange, wenn die Uni nicht so organisiert startet wie in Deutschland und der Stundenplan erst in der 2. oder 3. Woche veröffentlicht wird. Die Lehrer sind auf diese Situation eingestellt und man verpasst nichts Wichtiges. Das Semester ist in zwei Hälften zu je etwa 7 Wochen eingeteilt. Bestenfalls hat man in der 1. wie in der 2. Hälfte drei Kurse, was jedoch in den seltensten Fällen klappt. Oft müssen Kurse wegen Überschneidungen getauscht werden. So habe ich einen Kurs im IT-Master belegen müssen, den ich jedoch erfolgreich abgeschlossen habe. 

Die Noten bewegen sich auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 10 einer 1,0 nach deutschem System entspricht. Zum Bestehen der Examina am Ende des Semesters benötigt man zumindest eine 5. Erlangt man während des Semesters und im Pre-Test mehr als 80 %, kann diese Note als Endnote angerechnet werden, sodass die Klausur wegfällt. Anwesenheit, Mitarbeit im Unterricht und Projekte werden in der Endnote ebenfalls berücksichtigt. Der Lehrstoff ist etwa auf dem gleichen Niveau wie in der FHDW und die Professoren kommen zum Teil aus der rumänischen Regierung und sind sprachlich wie fachlich sehr kompetent.

Die Studiengruppen sind von der Anzahl der Studenten ähnlich und international zusammengesetzt. Besonders charmant ist dabei der Stundenplan, da für gewöhnlich die Vorlesungen nicht vor 13:30 Uhr starten und dann auch nur 80 Minuten dauern. Häufig ist auch nur eine Vorlesung für den Tag angesetzt und es gibt freie Tage. Über die im Learning Agreement festgeschriebenen Kurse hinaus kann man auch weitere, seinen Interessen entsprechende Kurse belegen, wie z. B. asiatische Sprachkurse. Diese werden zwar nicht ins Learning Agreement aufgenommen, jedoch im Diploma Supplement vermerkt. Leider war es dem Erasmus Office an der RAU nicht möglich, uns einen rumänischen Sprachkurs anzubieten. Dieser sollte aber nach Möglichkeit privat an einer der umliegenden Universitäten organisiert werden.

Reisen

Rumänien ist ein Land mit sehr vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten. Da die Bus- und Bahnverbindungen sehr günstig sind und auch ein Mietwagen für 10 € pro Tag erworben werden kann, sollte man es unbedingt wahrnehmen, mehr von Rumänien zu sehen.

Ich habe durch einen Erasmus-Ausflug die Städte Sinaia mit dem Schloss Peles, Bran, die Heimat Draculas, Brasov und Rasnov besichtigen können. Weiterhin habe ich die Hafenstadt Constanta, die mit dem Zug für 8 € pro Weg in etwa 3 Stunden zu erreichen ist, besucht. Weitere interessante Ziele sind Sibiu, Cluj und die Region Moldova. 

Tipps

  1. Vertraue niemals einem Taxifahrer und benutze die Startaxi App.
  2. Nimm nur ein Taxi mit einem Tarif von 1,39 Lei und achte darauf, dass das Taxameter läuft.
  3. Eine Simkarte mit 8 GB Datenvolumen und 200 Freiminuten gibt es vor Ort für unter 10 €.
  4. Hole dir die Rathb-Studentenkarte, die für alle öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden kann. Eine Busfahrt kostet somit etwa 30 Cent.
  5. Achte darauf, was du isst und gewöhne dich langsam an das rumänische Essen.
  6. Trinke niemals Wasser aus dem Wasserhahn. Benutzte es auch nicht zum Kochen.
  7. Erkundige dich auf der Erasmus-Facebookseite nach Events, Partys, Wohnungen und allem, was ansteht.
  8. Versinke nicht im Prüfungsstress. Lerne mit den Unterlagen auf der Plattform, denn diese sind den Tests sehr ähnlich.
  9. Hab keine Angst, Englisch zu sprechen! Deine Kommilitonen sind hauptsächlich aus dem nicht-englischsprachigem Raum und haben anfangs die gleichen Sprachblockaden wie du.
  10. Genieße deinen Aufenthalt und nimm so viele Erfahrungen mit wie möglich!

Fazit

Mein Auslandssemester in Rumänien hat mich immer wieder vor Herausforderungen gestellt, an denen ich wachsen konnte. Das Ziel, mein Englisch zu verbessern, habe ich erreicht. Der Aufenthalt hat mir geholfen, meinen Wortschatz zu erweitern und flüssiger zu sprechen. Ich hatte die Chance, nicht nur die rumänische Kultur kennenzulernen, sondern auch die meiner Kommilitonen aus den verschiedensten Ecken der Welt.

Rumänien beheimatet eine faszinierende Mischung aus Historie und Moderne. Auch wenn es für mich in den ersten Wochen schwierig war, mich der chaotischen Lebensweise in Rumänien anzupassen, wollte ich am Ende gar nicht wieder nach Hause kommen. Bukarest ist meine zweite Heimat geworden und ich werde jede Gelegenheit nutzen zurückzukommen.