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„Wir sind nicht nur sehr gute Freunde, sondern auch eine richtige kleine Erasmus-Familie geworden – eine wirklich wunderbare Erfahrung!“

Erfahrungsbericht von Stephanie Quest

Bachelor-Studiengang International Business, Praktikum Juli - August 2018 in Posen/Polen in der Sprachschule KONTAKT Centrum Jezyków Obcych
Gefördert über Erasmus+

Die Organisation vorab

Vor dem Hintergrund, dass mir das Auslandspraktikum in Barcelona im vorherigen Semester sehr gut gefallen hat, habe ich mich kurzentschlossen erneut für eine Erasmus+ Förderung für ein Praktikum im europäischen Ausland beworben. Gleichzeitig begann die Suche nach einem Praktikumsplatz, wobei mir das International Office der FHDW mit hilfreichen Ratschlägen und der Empfehlung des Portals erasmusintern.org zur Seite stand.

Zeitnah habe ich interessante Ausschreibungen in dem Portal gefunden und mich weiterhin initiativ beworben. Mit der Sprachschule KONTAKT CJO in Posen, die ein Praktikum im Bereich Marketing ausgeschrieben hatte, war schnell ein sehr angenehmer Kontakt hergestellt und das Skype-Interview erfolgreich absolviert.

Da ich in Spanien bereits gute Erfahrungen mit der Gruppenversicherung des DAAD gemacht hatte, hatte ich mich auch weiterhin für diese entschieden. Aufgrund der EU-Mitgliedschaft Polens waren keine weiteren Beantragungen im Vorfeld notwendig. Einzig der Unterschied in der Währung ist zu beachten, da in Polen nicht in Euro, sondern in Zloty bezahlt wird.

Im Wohnheim schließt man schnell neue internationale Kontakte

Gewohnt habe ich im Student Depot Polonez, das mir im Vorfeld von meinem Praktikumsbetrieb empfohlen wurde. Durch die Uniferien im Sommer sind im Wohnheim im Juli und August genügend Zimmer frei und der Mietpreis ist reduziert. Ich habe mich für ein Einzelzimmer entschieden, das für Wohnheimverhältnisse sehr geräumig und gut ausgestattet war und im sechsten Stock einen wunderschönen Blick auf den historischen Stadtkern bot.

Das Stadtzentrum ist von Polonez sehr gut fußläufig und mit den Stadtfahrrädern von NextBike zu erreichen. (Das Fahrrad von NextBike ist kostenlos bei einer Rückgabe innerhalb von 20 Minuten an der nächsten Station.) Auch die Straßenbahn- und Busstation befinden sich in der Nähe.

Im Wohnheim war es möglich, schnell neue internationale Kontakte zu anderen ERASMUS-Praktikanten aus Spanien, Weißrussland, der Türkei und Pakistan zu knüpfen, was das Ankommen in der neuen Stadt sehr vereinfacht hat. So stand der gemeinsame Besuch einer Bar in der Altstadt fest auf dem Plan, die jeden Donnerstag ein internationales Quiz veranstaltet, bei dem es neben leckeren Preisen für die Besten auch neue Kontakte zu gewinnen gibt. Über die Zeit sind wir nicht nur sehr gute Freunde, sondern auch eine richtige kleine ERASMUS-Familie geworden – eine wirklich wunderbare Erfahrung!

Posen – eine Stadt voller Überraschungen

In Posen ist die Altstadt mit dem Marktplatz der Anlaufpunkt für Straßenmusik, Märkte und sonstige Veranstaltungen. Zu jeder Tageszeit, vor allem aber nachmittags und abends, sind hier viele Menschen anzutreffen. Das Wahrzeichen der Stadt und das wichtigste tägliche Schauspiel der Stadt ist um 12 Uhr am Rathaus zu beobachten: Jeden Tag warten Touristen und Schaulustige gespannt auf den Kampf der zwei Ziegenböcke – das muss jeder Posener Praktikant mal gesehen haben.

Vom Hauptbahnhof Posens hat man gute Nah- und Fernverkehrsanbindungen per Bus und Bahn, die zum weiteren Erkunden des Landes einladen. So lässt es sich angenehm in die verschiedenen Himmelsrichtungen reisen – in Städte wie Danzig (Gdansk), Krakau (Kraków) und Breslau (Wrocław). Weiterhin ermöglichen die Fernverkehrsanbindungen und der nahe gelegene Flughafen eine unkomplizierte An- und Abreise. 

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland in Polen etwas günstiger. Einkaufsmöglichkeiten sind im Stadtzentrum Posens überall gut fußläufig zu erreichen und obwohl die Geschäfte an manchen Sonntagen allgemein geschlossen sind, findet sich doch immer ein kleiner Tante-Emma-Laden namens „Zabka“ um die Ecke, um die nötigen Kleinigkeiten zu besorgen. 

Arbeit im Herzen Posens

Die Sprachschule KONTAKT bietet Sprachkurse, Konversationsstunden, kulturelle Veranstaltungen und Workshops in verschiedenen Sprachen an. So kommen Jugendliche und Erwachsene dorthin, um eine Vielzahl europäischer Sprachen zu erlernen und anzuwenden.

Meine Hauptaufgabe war es, gemeinsam mit anderen ERASMUS-Praktikanten aus Spanien und der Türkei das Marketing von KONTAKT zu unterstützen. Ziel war es, die Sommerkurse, Workshops und das allgemeine Angebot zu bewerben. So ging es viel um Ideenfindung und Umsetzung. Die Pflege und Überarbeitung der gesamten (medialen) Präsenz der Sprachschule stand im Fokus, um über die Urlaubszeit im Gedächtnis der Kunden zu bleiben.

Weiterhin war der direkte kulturelle und sprachliche Austausch mit den Sprachschülern, die vorwiegend aus der Umgebung von Posen kommen, eine meiner Aufgaben. Ich hatte die Möglichkeit, innerhalb von sehr kurzer Zeit viele verschiedene Einblicke in die polnische Kultur, das alltägliche Leben, Traditionen, aber auch verschiedene Ansichten und Meinungen der Sprachschüler zu bekommen. Wir haben gemeinsam argumentiert und debattiert, die Unterschiede in der Sicht auf politische und vor allem wirtschaftliche Themen herausgefiltert und viel voneinander gelernt. Die Konversationsstunden und Events waren allgemein von einer sehr positiven und wissbegierigen Atmosphäre geprägt.

Außerdem hatte ich die Möglichkeit, an verschiedenen Sprachkursen teilzunehmen und dementsprechend meine eigenen Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und Spanisch zu vertiefen. Zusätzlich habe ich schnell die alltäglich gebrauchten Phrasen im Polnischen kennengelernt, die mir z. B. das Einkaufen im Supermarkt und generell den Umgang mit anderen Polen, mit denen ich keine gemeinsame Sprache hatte, deutlich vereinfachten. 


Fazit

Posen ist ein wunderschönes altes Städtchen, das eine, zwar auf den ersten Blick versteckte, aber wunderbare internationale Community bietet. Meine Praktikumsaufgaben in der Sprachschule waren prädestiniert, um auch die Einheimischen kennenzulernen und ein Gefühl für die Kultur und die Sprache vor Ort zu entwickeln.

Praxiserfahrung sammeln, internationale Kontakte knüpfen, Reisepartner finden, sehr gute Freunde gewinnen und mit diesen zu einer ERASMUS-Familie zusammenwachsen. Was wünscht man sich mehr für einen gelungenen Auslandsaufenthalt?