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„Ich bin sicher, dass ich eines Tages wiederkommen und mit einem Lächeln an die schöne Zeit hier zurückdenken werde.“

Erfahrungsbericht von Pascale Schäkel

Bachelor-Studiengang International Business, Praktikum Oktober - Dezember 2018 in Barcelona/Spanien bei bei Servicios Informaticos Itelligence S.A.

Gefördert über Erasmus+     

Wie alles begann…

Anfang Oktober 2018 startete meine Reise in die meist besuchte Stadt Spaniens, in der ich das vierte Praktikum meines International-Business-Studiums bei der itelligence absolvierte. Da ich bereits seit mehr als zwei Jahren für das Partnerunternehmen in Deutschland arbeite, fiel der Wechsel nicht schwer. Über Telefonate und Mailkontakt war das Praktikum schnell in Planung. Ich hatte sogar das Glück, einige der spanischen Kollegen bereits vorher in Berlin auf unserem Innovation Summit zu treffen. Es war jedoch das erste Mal in Barcelona für mich. Durch vorige Auslandsaufenthalte (u. a. in Spanien) war mein Spanisch von Beginn an gut genug für den Austausch mit den Einheimischen, wobei man bedenken muss, dass in Catalunya viel Catalan gesprochen wird. Das war jedoch nie ein Problem, da alle Spanier zusätzlich auch Castellano beherrschen.

 Ich entschied mich gegen ein Gesamt-Versicherungspaket und nutzte meine europäische Krankenversicherung, die problemlos für sämtliche Arzt- und Krankenhauskosten reichte, die während meines Aufenthalts anfielen. Die Ärzte sprechen jedoch oft schlechtes bis gar kein Englisch, daher war ich froh über meine Spanischkenntnisse. 

Das Eingewöhnen im Büro fiel mir sehr leicht

Die Kollegen waren immer nett und hilfsbereit (wie auch alle anderen Spanier, mit denen ich zu tun hatte). Ich erhielt die Gelegenheit, an verschiedenen Schulungen und Meetings teilzunehmen und lernte somit sogar die SAP Spanien kennen, deren Büro direkt am Strand ist. Die Aussicht von meinem Schreibtisch bei der itelligence Spain war ebenfalls traumhaft und nicht mit der in Bielefeld zu vergleichen: Ein Blick aufs Meer und auf die berühmte Sagrada Familia – konstruiert durch den bekannten Architekten Gaudi, der Barcelona sehr geprägt hat. Eine Rundtour durchs Büro, das sich im 19. Stock befindet, bietet zudem eine 360-Grad-Sicht auf die Hauptstadt Kataloniens.

Barcelona ist eine Stadt, die unheimlich viel zu bieten hat …

… Geschichte, Kultur, Sehenswürdigkeiten, Parks, Strände, nette Restaurants und Bars. Das Einleben kann hier jedoch eine Weile dauern, denn die Wohnungslage ist sehr kompliziert und die Stadt selbst extrem groß und „anonym“. Free Walking Tours können helfen, die Stadt schnell auf interessante Art besser kennenzulernen und zusätzlich ein paar einheimische Insider-Tipps zu erhalten.

Das Erasmus-Leben ist sehr lebhaft …

… und dir wird nie langweilig! Ich habe bereits zuvor ein Erasmus-Semester in Bukarest absolviert, was jedoch eine komplett andere Erfahrung war. Das Studenten-Netzwerk in Barcelona ist riesig und es finden täglich Veranstaltungen und Partys statt (hauptsächlich abends und nachts). Ich habe überwiegend an Erasmus-Ausflügen teilgenommen und erhielt somit die Chance, Andalusien (Sevilla, Cordoba, Cádiz, Málaga, Granada und Gibraltar), sowie Valencia, den Canyon in Mont-Rebei, die Wüste der Bardenas Reales, Girona, Besalú, Figueres, Montserrat und weitere schöne Orte in Spanien zu entdecken. Spanien hat unglaublich vielfältige Landschaften und Städte zu bieten!    

Reisen mit Erasmus

So teuer wie das Wohnen in Barcelona ist, so günstig ist das Reisen mit Erasmus und man trifft sehr interessante Menschen aus den verschiedensten Ländern. So lernte ich nicht nur andere Deutsche, sondern auch Studenten aus Griechenland, der Türkei, Ungarn, Tschechien, Spanien, England, Litauen, Finnland, Brasilien, den USA, Costa Rica und vielen weiteren Ländern kennen, von denen einige schnell zu Freunden wurden.

Jeden Dienstag veranstaltet Exchange Student Network (ESN) ein Sprach-Tandem, bei dem Studenten der ganzen Welt in einer Bar zusammenkommen, um in den Sprachen zu sprechen, die sie lernen, oder um einfach auf Englisch neue Kontakte zu knüpfen. Ich nahm fast jede Woche teil und wurde so schnell Bestandteil des Studentennetzwerks auch ohne zu studieren und baute viele Kontakte auf.

Einige Tipps für einen leichten Start (gilt teilweise auch für andere Städte) 

  1. Erasmus-Facebook- und Whatsapp-Gruppen
    Trete, wenn möglich, bereits bevor du im Ausland bist, vielen Gruppen auf Social-Media-Kanälen bei, um zu erfahren was du unternehmen und wo du Kontakte knüpfen kannst, um so schnell Anschluss zu finden. Ich kann Facebook sehr empfehlen, denn dort gibt es haufenweise Gruppen, die sowohl erste Tipps bzgl. der Wohnungssuche als auch bzgl. von Veranstaltungen bieten, und mit etwas Glück wird man zu Beginn direkt in einige Whatsapp-Gruppen eingeladen, die dich auf dem Laufenden halten bzgl. der aktuellen Events.
    Außerdem ist jeder Erasmus-Student, den ich kennengelernt habe, offen und jederzeit bereit, dich miteinzubeziehen. Darüber musst du dir also gar keine Sorgen machen.
  2. Erasmus-Organisationen und Möglichkeiten
    Kontaktiere Organisationen, die sich Erasmus widmen. Ich bin ein großer Fan von ESN. Das Netzwerk existiert in vielen Ländern und Städten und empfängt Austauschstudenten mit offenen Armen, um ihnen die beste Auslandserfahrung zu ermöglichen und dein Erasmus wirklich zu dem Semester deines Lebens zu machen. Es wird ausschließlich von Studenten „geleitet“ und ist somit perfekt mit dem Erasmus-Spirit infiziert, denn es geht hierbei wirklich nicht um Profit, sondern um das Auslandserlebnis. Sie bieten außerdem eine Mitgliedskarte an, mit der du bei verschiedenen Fluggesellschaften, Restaurants, Sehenswürdigkeiten und Läden Discounts erhältst und oft sogar an Trips und Veranstaltungen günstiger teilnehmen kannst.
    In Barcelona gibt es außerdem noch „Erasmus Barcelona“ (Shaz), HappyErasmus (ebenfalls von Studenten organisiert) und viele weitere. Sie organisieren zu Beginn des Semesters oft Events, um andere Studenten und die Stadt kennenzulernen. Außerdem werden günstige Ausflüge in andere Städte des Landes angeboten, manchmal sogar über die Landesgrenzen hinweg.
  3. Fremdsprache
    Leider ist Spanisch fast ein Muss in Spanien. Obwohl Barcelona eine Großstadt ist und ich viele Studenten kenne, die ohne Spanisch ausgekommen sind, so kann es nicht schaden, die Basics zu beherrschen, denn ich war oft (vor allem zu Beginn) auf die Hilfe von anderen angewiesen und es kam nur sehr selten vor, dass mein Gegenüber Englisch sprach oder verstand.
    Meistens besteht die Möglichkeit, sich günstig als Student entweder an Unis oder in anderen Instituten für Sprachkurse einzuschreiben. Ich selber habe meine Zeit lieber anders verbracht und über andere Wege mein Spanisch verbessert. Was ich jedoch sehr empfehlen kann, sind Sprach-Tandems, denn sie sind vor allem kostenlos und man knüpft so zusätzlich schnell Kontakte und findet Freunde. Außerdem kannst du natürlich mit OLS deine Grundkenntnisse verbessern.
  4. Wohnen
    Das Wohnen ist in Barcelona sehr teuer, verhältnismäßig sogar teurer als in anderen Großstädten (wie Madrid). Optimal sind Erasmus-WGs, in denen du mit Kommilitonen zusammenwohnst. So etwas in Barcelona zu finden, ist jedoch sehr schwierig. Es gibt viele Portale, auf denen man ein Zimmer suchen kann, wie Roomster, Uniplaces, EasyPiso, Idealista und viele weitere. Hierbei solltest du jedoch vorsichtig sein, wie seriös die Anzeigen tatsächlich sind. Airbnb ist überteuert, aber auch auf den anderen Portalen kann es schwierig werden etwas zu finden, besonders wenn man spezielle Wünsche hat. 
    Ich empfehle nicht von Deutschland aus für den gesamten Aufenthalt zu buchen, sondern erstmal für höchstens einen Monat (auch wenn das kompliziert sein kann), um die Option offen zu halten umzuziehen. Ich kenne sehr viele Studenten, die hier die Wohnung gewechselt haben. Ich selber hatte das Glück, meine zweite Wohnung über verschiedene „Barcelona Flats“-Gruppen auf Facebook zu finden und so günstig im richtigen Viertel in der Nähe des Plaza Espanyas zu wohnen. Der Vorteil ist vor Ort natürlich, dass du Wohnungen besichtigen kannst, bevor du einziehst. Daher raten auch viele dazu, die ersten Nächte im Hostel zu verbringen, um auf Wohnungssuche zu gehen (das funktioniert natürlich nur, wenn du dafür genügend Zeit hast).
    Falls du dich nicht auskennst, vermeide aber auf jeden Fall das Barrio Raval. Dieses Viertel sollte besonders nachts gemieden werden!
  5. Pass auf deine Sachen auf!
    Diesen Satz gaben mir gleich an meinem ersten Tag viele Einheimische mit auf den Weg, was schnell dazu führt, dass man sich in der Stadt etwas unsicher fühlt. Eigentlich ist Barcelona aber eine Großstadt wie viele andere. Die Stadt ist weitgehend sicher, bloß vor Taschendieben muss man sich in Acht nehmen, besonders in den Touri-Gegenden wie in las Ramblas.
  6. Erinnerungen
    Es ist vielleicht nicht was für jeden, aber ich kann es dennoch sehr empfehlen: Ein Travel-Blog. Es ist zwar etwas Arbeit, aber hält die Erinnerungen auch in naher und ferner Zukunft noch frisch und bietet sich vor allem an, wenn du in dem Land viel reist. Ich habe mehrere Studenten getroffen, die auf dieselbe Art ihre Erinnerungen festhalten. Bei weiteren Fragen, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung, bitte an das International Office wenden.

Mein Persönliches Fazit

Auch wenn ich zunächst Bedenken hatte, diese Erfahrung alleine zu machen (denn ein Erasmus-Praktikum ist eine komplett andere Erfahrung als ein Erasmus-Semester), bin ich sehr froh, sie gewagt zu haben und würde es immer wieder machen! Ich muss zugeben, es war nicht immer leicht und vor allem zu Beginn war es schwierig, unter Studenten zu kommen, wenn man sich in der Stadt nicht auskennt und keine Anknüpfpunkte hat. Es war aber auf jeden Fall eine Chance, die ich jedem empfehle, denn ich habe viel gelernt, sowohl bei der Arbeit als auch im Spanischen und über die Kultur sowie das Land selbst.

Darüber hinaus erhielt ich die Möglichkeit, viel über andere Kulturen zu lernen durch die Kontakte, die ich knüpfte und die ich hoffentlich in naher Zukunft wiedersehe. Aber auch persönlich kann man sich unglaublich weiterentwickeln!

Meine Erasmus-Erfahrung in Barcelona wird mir immer in Erinnerung bleiben, auch wenn sie meinen ersten Erasmus-Aufenthalt in Bukarest niemals ersetzen konnte. Ich bin sicher, dass ich eines Tages wiederkommen und mit einem Lächeln an die schöne Zeit hier zurückdenken werde.