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„Am Ende meiner Zeit in Madrid konnte ich mich mit meinen Arbeitskollegen fließend auf Spanisch unterhalten und meinen spanischen Alltag super meistern.“

Erfahrungsbericht von Sarah Abel

Bachelor-Studiengang International Business, Praktikum März - Juni 2018 in Madrid/Spanien bei Bio-Circle S.L.
Gefördert über Erasmus+     

Madrid, eine Stadt voller Charme, wunderschöner Gebäude und Parks. Ich durfte drei Monate lang die atemberaubende Vielfalt von Spaniens Hauptstadt hautnah erleben! Da ich Spanisch als zweite Fremdsprache in meinem International-Business-Studium belege und dazu passend mein Partnerunternehmen, die Bio-Circle Surface Technology GmbH, eine Niederlassung in Spanien hat, war die Wahl schnell getroffen und es ging Ende März für mich drei Monate nach Madrid.  Meine Freude war riesengroß, da ich durch dieses Auslandspraktikum die Chance bekommen habe, mein Spanisch zu verbessern und drei Monate in das spanische Leben einzutauchen. 

Die Suche der Unterkunft 

Mit Hilfe meiner Chefin und ihrer Mitarbeiterin haben wir vorab eine Unterkunft für mich gesucht, die zentral liegt und mir die Möglichkeit bietet, schnellstmöglich Kontakt zu anderen Auslandsstudenten/Praktikanten zu knüpfen (Kosten ca. 800 Euro im Monat). Die Wahl fiel auf ein Wohnheim auf der Gran Vía. Die Gran Vía ist die größte Einkaufsstraße von Madrid und dort befinden sich auch unzählige Restaurants, Kinos, Theater usw. Ich war also mitten im Geschehen in einem wunderschönen, alten Gebäude in einem ca. 15 qm großen Zimmer. Ich teilte mir die riesige Wohnung mit 13 weiteren internationalen Studenten/Praktikanten. Was Besseres hätte mir nicht passieren können.

Mit der Metro ins Büro

Zur Arbeit musste ich ungefähr 30 Minuten mit der Metro fahren, was in Madrid aber überhaupt kein Problem darstellt. Die Metros kommen von 6 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts sehr regelmäßig, sodass man eigentlich nie länger als vier Minuten warten muss. Da der spanische Verkehr durchaus chaotisch ist, empfehle ich wirklich, auf ein Auto/Roller zu verzichten und sich eine Metrofahrkarte zuzulegen. Der Preis für eine Monatsfahrkarte ist sehr human und beträgt für Studenten nur 20 Euro. Mit dieser Fahrkarte kann man dann die Metro und alle Busse jederzeit nutzen. 

Wunderschöne Stadt Madrid

Die ersten Wochen war ich sehr überwältigt von den wunderschönen Gebäuden, zahlreichen Plätzen und den Parks, die Madrid einem bietet. Auch wenn man die ersten Tage etwas überfordert mit der Größe und den vielen Menschen in der Stadt ist, legt sich dieses Gefühl sehr schnell. Die Geräuschkulisse, die sich durch Sirenen und hupende Autos durch die Stadt zieht, nimmt man irgendwann auch nicht mehr so wirklich wahr. [Die Spanier hupen leider immer und bei allem! :) ]

In Madrid selber findet man ca. 70 Museen, die in der ganzen Stadt verteilt liegen und für jeden Geschmack etwas bieten. Kleiner Tipp: Der Eintritt ist ab einer bestimmten Uhrzeit immer kostenlos. Im Zentrum liegen zwei riesengroße Parks, die von der Gran Vía zu Fuß leicht zu erreichen sind. Im Osten der Stadt liegt der Parque de Retiro. Dieser bietet einem viele Liegeflächen, auf denen man jederzeit die Sonne genießen kann, und einen kleinen See, wo man sich für 45 Minuten ein kleines Paddelboot leihen kann. Auch hier ein sehr humaner Preis von 6 Euro.

Im Westen hingegen liegt Casa de Campo. Dort findet man einen tollen Zoo mit Aquarium, ein Freizeitpark, tolle Mountainbike-Strecken, eine Seilbahn und großartige Aussichten auf die Stadt. Auch dieser ist zu Fuß und mit der Metro sehr schnell zu erreichen.

Da ich unbedingt viel von der Stadt sehen wollte, ließ ich mich ein bisschen mit den Menschenmassen durch die Stadt treiben. Dadurch gelang ich zu allen Plätzen und spürt den spanischen Charme. Zum Ende meiner Zeit hin machte ich allerdings auch eine Free-Walking-Tour mit einem Stadtführer, um ein bisschen mehr über die Stadt zu erfahren und etwas über die Bedeutung von großen Plätzen zu lernen. (Free-Walking-Touren gibt es viele – alle kostenlos und man kann dem Tourguide am Ende Trinkgeld geben, aber man entscheidet selber, wie viel er sich verdient hat!) Auch die Hop-On/Hop-Off-Bustour ist sehr zu empfehlen, bei guten sowie bei schlechtem Wetter.

Sarah Abel in Madrid

Das Essen – gut und spät

Um voll in das spanische Leben einzutauchen, darf gutes spanisches Essen natürlich nicht fehlen. Von Paella über Tapas bis hin zu Wein wird einem alles geboten. Allerdings sollte man sich von den Restaurants auf der Gran Vía und in der näheren Umgebung fernhalten, da diese leider nur Touristenabzocken sind und kein gutes Essen bieten. Außerhalb der Touristenzone kann man aber so gut wie überall einkehren.

Sehr schnell habe ich hier auch bemerkt, dass die Spanier ganz andere Essenszeiten haben. Ab 21 Uhr füllen sich langsam die Lokale, da die Spanier erst sehr spät essen. Daher machen die meisten Restaurants auch abends erst ab 20 Uhr wieder auf. Im Gegensatz dazu habe ich von der typischen spanischen Siesta nicht viel in Madrid gemerkt. Die Geschäfte sind durchgängig offen und man kann sogar sonntags in aller Ruhe shoppen gehen. Auch ein Teil der Supermärkte haben sonntags ganz normal geöffnet.

Auch wenn wir in Deutschland andere Essenszeiten gewöhnt sind, stellt man sich schnell auf ein spätes Mittagessen und ein sehr spätes Abendessen um und passt sich den Spaniern hier an. 

Leben und leben lassen

Die Spanier selber genießen sehr gerne die Abende, treffen sich mit Freunden in Bars und hetzen nicht nach der Arbeit nach Hause. Dadurch hat man hier viel mehr vom Tag und mir selber hat dieser Brauch sehr gut gefallen. „Leben und leben lassen“ hat hier in Madrid eine ganz große Priorität!

In meinem Berufsalltag habe ich mich von Anfang an auch sehr wohl gefühlt. Meine Chefin kannte ich bereits von Meetings in Deutschland und diese hat mich sofort gut aufgenommen und in den Arbeitsalltag integriert. Meine Aufgaben wurden sogar vorab schon besprochen und wir haben uns gut überlegt, wie ich die spanische Niederlassung am besten unterstützen kann.

Auch in meiner Freizeit habe ich viel mit der Familie meiner Chefin unternommen. Die Gastfreundschaft war wundervoll! Wir fuhren gemeinsam auf eine Safaritour, gingen oft zusammen essen und ich wurde herzlich in die Familie aufgenommen.

An den Wochenenden unternahm ich oft etwas mit den Studenten aus meinem Wohnheim oder mit anderen Leuten, die ich im Laufe der Zeit kennen gelernt habe. Die Stadt bietet einem unglaublich viel, sodass uns nie langweilig geworden ist. Auch das Nachtleben lässt nichts zu wünschen übrig. Unzählige Clubs öffnen so gut wie jeden Tag ihre Pforten und zahlreiche internationale Studenten sowie auch Einheimische stürmen die Tanzfläche. Auch zahlreiche Rooftop-Bars laden zu einem gemütlichen Abend mit gutem Essen und Wein ein!

Man braucht auf jeden Fall keine Angst haben, sich einsam zu fühlen. Kontakte knüpft man schneller als man denkt!

Sarah Abel in Madrid

Zum Schluss

Alles in allem waren diese drei Monate eine sehr aufregende Zeit voller neuer Eindrücke, neuer Leute und mit einer neuen Sprache – und ich habe unvergessliche Erfahrungen gesammelt. Mein Spanisch hat sich um einiges verbessert und am Ende meiner Zeit in Madrid konnte ich mich mit meinen Arbeitskollegen fließend auf Spanisch unterhalten und meinen spanischen Alltag super meistern.

Selbst wenn man mal mit dem Spanisch nicht weiterkommt, die hilfsbereiten Madrilenen geben ihr Bestes, um einen zu verstehen und weiterzuhelfen. Ich habe die Zeit genossen, und drei Monate waren eine super Zeitspanne, um Land und Leute besser kennen zu lernen.