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Bergisch Gladbach
Neue Spezialisierung „Cyber Security“ auf Wirtschaftsforum vorgestellt

Im Studiengang Wirtschaftsinformatik bietet die FHDW in Bergisch Gladbach ab Herbst die Spezialisierung „Cyber Security“ an. Die Absolventen des Studiums sind schon jetzt gefragt, denn den Unternehmen geht das Fachpersonal aus. 


Die Frage ist schon lange keine Ob-Frage mehr. Es geht um das Wie. Dass jedes Unternehmen sich mit dem Thema Cyberkriminalität befassen muss, steht nach massiven und erfolgreichen Cyberattacken auf Unternehmen wie Renault, Telefonica und die Deutsche Bahn schon länger außer Frage. Jetzt kommt es auf das Wie an und Frank Reiländer ist einer, der sich damit nicht erst seit gestern befasst. Er leitet bei dem internationalen IT-Dienstleister CGI den Bereich Cybersecurity, hilft Unternehmen und staatlichen Organisationen dabei, ihre Netzwerke vor feindlichen Attacken zu schützen.

Reiländer war einer der Redner beim Wirtschaftsforum der FHDW, auf dem die neue Spezialisierung „Cyber Security“ im FHDW-Studiengang Wirtschaftsinformatik vorgestellt wurde. „Es muss einen strategischen Ansatz geben“, warnt Reiländer davor, die Sicherheit der IT-Infrastruktur in Unternehmen auf die leichte Schulter zu nehmen. Bisher werde lediglich auf Angriffe reagiert, das werde der Situation aber nicht mehr gerecht. „Das traditionelle Abwehrverhalten muss sich zu einem intelligenten Vorausdenken entwickeln“, mahnt er. Gleichzeitig warnt er vor dem Personalnotstand in dem Bereich der IT-Sicherheit. „Der Markt ist leergefegt.“

Bei der CGI können die zukünftigen Studierenden der FHDW auch die Praxisphasen des dualen Bachelor-Studiengangs mit der Spezialisierung „Cyber Security“ absolvieren. „Da wir für die Wirtschaft ausbilden, machen wir uns natürlich Gedanken darüber“, begrüßte Dr.-Ing. Alexander Brändle, Leiter des FHDW-Campus in Bergisch Gladbach, die Besucher des Wirtschaftsforums. Dass man sich an der FHDW bereits Gedanken über die Zukunft gemacht hat, machte Prof. Dr. Ralf Schumann, an der FHDW Professor für Informationssicherheit, klar: „Es gibt zwei Arten von Unternehmen: Die, die wissen, dass sie angegriffen werden und die, die es nicht wissen. Denn wenn jemand in Ihr Unternehmen rein will, wird er es schaffen. Schlecht ist, wenn ich kalt erwischt werde, wenn ich die Bedrohung gar nicht auf dem Schirm habe.“ Das Hauptrisiko liegt dabei nicht in der Technik, sondern im Menschen. Zu wenig Bewusstsein für die IT-Sicherheit und generelle Überforderungserscheinungen bei der Digitalisierung haben die Unternehmen leichtfertig werden lassen. „Sie müssen also Mitarbeiter haben, die die Risiken bewerten können, die mit den verschiedenen Fachabteilungen sprechen können“, sagt Schumann und sieht das Thema eher im Management richtig platziert.

„Mit Technik hat das erst einmal gar nichts zu tun.“ Daher hat sich die FHDW entschieden, die Spezialisierung im Bereich der Wirtschaftsinformatik anzubieten. Der Studiengang verknüpft betriebswirtschaftliche Inhalte mit dem entsprechenden IT-Know-how. Die Absolventen sind Manager mit einer fundierten, aber ganzheitlich ausgerichteten Expertise in den Prozessen der Digitalisierung.