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Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW)
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Die China-Experten des FHDW-Wirtschaftsforums: (v. l.) Richard Erb (Unternehmensberater), Prof. Stefan Nieland (FHDW Paderborn), Jens Langer (Fischer Panda) und Christoph Angerbauer (AHK China)

Paderborner Wirtschaftsforum "Geschäfte mit China"

China ist der wirtschaftliche Senkrechtstarter der letzten Jahre. Wer sich als Unternehmer aber erfolgreich auf diesem Markt bewegen möchte, der muss viele Aspekte berücksichtigen. Beim Wirtschaftsforum der FHDW am 6. Oktober 2011 diskutierten Fachleute über Chancen und Risiken bei Geschäften in China.

Jens Langer, Vertriebsleiter bei Fischer Panda, erläuterte die Strategie des Unternehmens, um den chinesischen Markt zu erobern. Zunächst baute man vor Ort ein eigenes Händlernetz auf. Inzwischen hat man ein eigenes Repräsentationsbüro eingerichtet. Dem vorangegangen war eine intensive Marktanalyse der Chancen für den heimischen Hersteller von kompakten Dieselaggregaten zur mobilen Stromerzeugung.

Preis richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten des Käufers

Richard Erb, lange Jahre für Fujitsu Siemens in China als Managing Director und heute als Unternehmensberater tätig, betonte in seinem Vortrag die Chancen für deutsche Unternehmen vor Ort. Er machte klar, dass China sich auf ein jahrzehntelanges Wachstum einrichte. So wären allein in den letzten 20 Jahren rund 70.000 Kilometer Autobahn gebaut worden. "China verbaut über 50 Prozent der weltweiten jährlichen Zementproduktion", verwies Erb auf die enorme Bautätigkeit in China.

Aber deutsche Unternehmen müssten sich auch mit der sehr unterschiedlichen Kultur auseinandersetzen. Zum Beispiel wäre es an der Tagesordnung, dass bestehende Verträge nachverhandelt würden. "Und der Preis richtet sich nicht nach dem Wert eines Produktes, sondern nach den finanziellen Möglichkeiten des Käufers", machte Erb den rund 60 Gästen, darunter viele Unternehmer, klar. Der Asienexperte wies zudem darauf hin, dass sich die Beteiligung ausländischer Unternehmen bei Großprojekten oft auf den reinen Know-how-Transfer beschränkt, nicht auf die Durchführung vor Ort. Den Unternehmen aus der Region bescheinigte Erb, dass viele sehr erfolgreich in China tätig seien. Als Beispiele nannte er Zumdieck, Penn Elastic und Karlie Heimtierbedarf.

AHK hilft beim Fuß-fassen

Dass deutsche Unternehmen auch auf die Hilfe der in China tätigen Auslandshandelskammern (AHK) zurückgreifen können, erläuterte Christoph Angerbauer, General Manager der chinesischen AHK. Die AHK sind Tochtergesellschaften des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, der Institution, die die nationalen Interessen der regionalen Industrie- und Handelskammern vertreten. Die AHK bietet für interessierte Unternehmen verschiedene Dienstleistungen, wie Messe-, Vertriebs- und Einkaufsunterstützung in China, an. Auch bei der Firmengründung und der Personalsuche ist man mit Rat und Tat zur Seite.

Die Referenten

Jens Langer ist seit 8 Jahren bei der Fischer Panda GmbH in Paderborn für Vertrieb und Marketing verantwortlich und hat das Chinageschäft maßgeblich aufgebaut. Bis 2003 war er als Ingenieur in mehreren Führungspositionen der Bundeswehr tätig.
Richard Erb leitete von 2000 bis 2009 die von ihm aufgebauten
Asien-Standorte von Fujitsu Siemens Computers in Taipei, Suzhou und Shenzhen. Von 1992 bis 1999 war er für den Siemens Nixdorf Serververtrieb Asia-Pacific mit Sitz in Singapur und Peking verantwortlich.
Christoph Angerbauer ist Rechtsanwalt und lebt seit 5 Jahren in Asien. In den letzten 4 Jahren leitete er das Büro einer großen deutschen Rechtsanwalts- und Prüfungsgesellschaft in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam. Seit Januar 2011 leitet er den Dienstleistungsbereich der AHK Schanghai und betreut deutsche Unternehmen umfassend in China.