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Donnerstag, 17. Mai 2012
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Zu Gast: Reismann-Gymnasium
Copyfix AG erfolgreich am Markt positionieren
FHDW-Unternehmensplanspiel am Gymnasium Nepomucenum, Rietberg
Schülerin Carina Heublein, 12. Klasse, berichtet
Die "Schüler-Unternehmer" des Nepomu-
cenums mit den FHDW-Spielleitern
Andreas Jäsche (l.) u. Hartmut Klein (r.)
Am Freitagnachmittag, 19. Mai, und am Samstag, 20. Mai 2006, wurde am Nepomucenum unter der Leitung von Herr Klein und Herrn Jäsche von der FHDW ein betriebswirtschaftliches Planspiel angeboten, an dem 20 interessierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 und 13 teilnehmen konnten. Es ging darum, ein Unternehmen zu leiten, um erste Einblicke in den komplexen Bereich der Betriebswirtschaft zu bekommen. Es wurden fünf Gruppen gebildet, die jeweils in der Rolle der Unternehmensvorstände die Aufgabe hatten, das fiktive Unternehmen "Copyfix AG", einen Hersteller von Fotokopiergeräten, erfolgreich am Markt zu positionieren. Ausgangspunkt war der aus Altersgründen anstehende Vorstandswechsel dieses Betriebes, welcher in Zukunft durch junge und dynamische Unternehmer weitergeführt werden sollte.
Während zu Beginn alle Unternehmen mit gleichen Voraussetzungen (Kapital, Marktanteil, etc.) starteten, ging es nun darum, durch eine in der Gruppe ausgearbeitete gute Strategie ein möglichst stabiles und erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Zunächst wurde eine „Probeperiode“ durchgespielt, um einen ersten Eindruck von den vielen zu berücksichtigen Faktoren und ihrer Wirkung auf das Unternehmen zu bekommen. Gerade in dieser Periode war es zunächst schwierig, die Zahlen zu durchschauen und ihre Zusammenhänge zu erkennen. Allerdings war es eine gute Gelegenheit, um sich einzuarbeiten und für den "Ernstfall" zu proben. So wurde schnell deutlich, dass man beispielsweise ohne Werbung kaum eine Chance hat, sich auf dem Markt durchzusetzen.
Grundsätzlich gab es zwei unterschiedliche mögliche Strategien. Einerseits konnte man auf Qualität setzen und den Preis anheben, dabei jedoch weniger produzieren, um die durch den hohen Preis geringere Nachfrage auszugleichen. Eine andere, entgegengesetzte Strategie war die volle Auslastung der Fertigungsstraße und die Massenanfertigung qualitätsschwacher Drucker zu geringeren Preisen. Zu Beginn war in den Gruppen für reichlich Diskussionsstoff gesorgt, denn es gab unterschiedliche Ansichten, welche Strategie nun die bessere sei. Allerdings musste man sich jetzt festlegen, da ein Strategiewechsel innerhalb des Planspiels nicht empfehlenswert war.
Die Unsicherheit war deutlich spürbar, da sich die Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal mit diesem Gebiet auseinandersetzten und wichtige Grundlagen im Bereich Rechnungswesen fehlten, die dann in Lehrgesprächen vermittelt wurden. Auch bei kleinsten Veränderungen mussten alle Werte mit dem Taschenrechner erneut durchkalkuliert werden, allerdings war die Zeit begrenzt und eine Entscheidung musste fallen. Der Preis, die Anzahl der zu produzierenden Produkte sowie Einstellungen oder Entlassungen von Personal mussten nun zur Auswertung festgelegt werden.
Die Ergebnisse wurden immer mit großer Spannung erwartet. Während sich einige Gruppen ziemlich verkalkuliert hatten, ging die Strategie anderer auf, und sie eroberten den Markt. In den darauf folgenden Perioden ging es in den meisten Gruppen an die Fehleranalyse. Häufig war man überrascht und konnte sich die falsche Kalkulation zunächst nicht erklären. Immer wieder wurden neue wichtige Faktoren, die man zunächst kaum berücksichtigte, entdeckt. Hatte man die Fluktuation ausreichend berücksichtigt? War der Ökologieindex dem Markt angepasst? Wie viele Leute müssen noch eingestellt oder entlassen werden? Dabei mussten nicht nur innerbetriebliche Fakten, sondern ebenfalls die neuesten gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Dazu wurde den Teilnehmern in jeder Periode die neueste Wirtschaftsprognose mitgeteilt, die von ihnen analysiert und in die neuen Planungen mit einbezogen werden musste.
Insgesamt wurden vier Perioden gespielt, die jeweils einem Geschäftsjahr entsprachen. Außerdem bekamen die Teilnehmer noch eine Zusatzaufgabe, in der ein eigener Firmenname sowie ein Logo entwickelt werden sollten. Am Ende wurden dann alle Ergebnisse in einer kurzen Präsentation vorgestellt. Insgesamt stand der Spaß im Vordergrund, und den Teilnehmern wurde ein guter Einblick in das Feld der Betriebswirtschaft geboten. Während des Spiels entwickelte sich auch der Ehrgeiz, erfolgreich zu sein, und wenn die Zeit es zugelassen hätte, wäre auch gerne noch eine weitere Periode gespielt worden.
Alle waren sich einig, dass die Freizeit sinnvoll geopfert wurde. Anfängliche Schwierigkeiten wurden mit der Zeit ausgeräumt, auch die vielen Zahlen und ihre Bedeutungen langsam durchschaut.
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